Alle können nichts dafür. Synke Köhlers Roman „Die Entmieteten“

Seit die Mieten in Städten in Deutschland explodieren, ist die Verdrängung nicht mehr nur ein Schicksal, mit dem Arme sich herumschlagen müssen, sondern eine Bedrohung selbst für die Mittelschicht. Sicherstes Zeichen dafür: Die »Gentrifizierung« ist zum Dauerthema im bürgerlichen Feuilleton aufgestiegen. Leicht kommt da der Verdacht auf, die Berliner Schriftstellerin Synke Köhler hätte mit ihrem Roman »Die Entmieteten« versucht, auf einer publizistischen Welle zu surfen. Doch der Autorin ist es mit ihrem Thema sehr ernst. Um das zu erkennen, muss man nicht einmal wissen, dass sie sich auch persönlich gegen Verdrängung zur Wehr setzt. Ein Blick in ihr lebensnah erzähltes, aber auch gut durchdachtes Buch genügt. Köhler erzählt von einer Hausgemeinschaft in Berlin-Prenzlauer Berg, die plötzlich Profitinteressen im Weg ist. Um ein altes Haus abreißen und ein neues, gewinnträchtiges bauen zu können, muss entmietet werden.

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