Aus meiner Fanpost (31): Der Islam gehört nicht zu uns

Diesen Ausspruch finden 99,99% der Sachsen mehr als richtig und Herr Tillich hatte diesen schon vor dem G rößenwahnsinn unserer Kanzlerin ausgesprochen. Leider musste er genau in diesem Jahr er der Kanzlerin zur Seite stehen. Sachsen war dran!

Das Volk des Mauerfall, die Sachsen, wer den hier in die rechte Ecke gestellt nur weil sie die Wahrheit sagen und die Ungerechtigkeit und den Größenwahnder Merkel und Ihrer Politik anprangern.

Jeder Mensch dieser Welt, der seinen Ausweis wegwirft, kann Deutscher werden! Ob es seine Familie umgebracht hat, ob er ein Terrorist, Mörder, Dealer und Christenhasser ist, egal wir heißen Ihn willkommen und machen ihn zum Deutschen.

Haben Sie sich überhaupt mal gefragt warum wir mehr Gefängnisse brauchen, warum mehr Polizei, warum mehr Justiz, warum mehr Seelsorger, warum mehr Lehrer etc.

Es ist ein Hohn, dass jeder kriminelle Ausländer hier tun und lassen kann was er will, weil er ein Land benannt hat, wo andere zwar Urlaub machen, aber unsere „Grünen und Linken die Abschiebung verhindern“!

Wenn dieser Staat so weiter macht, brauchen wir für jeden Bürger, der hier zur Arbeit geht, einen Polizisten, der aber auch nicht reichen wird!

Jede Wohnung, die diesen Menschen bereit gestellt wird sieht innerhalb von 6 Wochen aus wie eine 20 Jahre vernachlässigt „Bude“!

Was bringen uns diese “ Großen Kulturvölker “ (vor 2000 Jahren)

Sie zeigen uns wie schnell man Großstädte vermüllen, verdrecken und kriminalisieren kann. Wie man aus einem gemütlichen Miteinander ( da ist der Osten dem Westen weit voraus!´Dank Merkel gewesen!!!) Wie man auch ohne zu Arbeiten um die Runden kommt!

Keiner der “ 89 “ hat die “ Freiheit “ sich erkämpft, um sich den islamischen, muslimischen Brauchtümern zu unterwerfen!!

Es gibt nur eine Lösung, damit der innere Frieden in diesem Land wieder hergestellt werden kann.

Alle kriminell gewordenen Ausländer, ob deutschen Pass oder nicht, Abschiebung auf Ihren Kontinent!!! Keine Gefährder – Beobachtungen, sondern Ausweisungen wegen unerwünscht!

Ich möchte endlich wieder, wenn ich einem Ausländer begegne das Gefühl haben, der lernt hier was, der arbeitet hier oder er ist ein Tourist!

Unsere Presse ist leider ebenfalls nur Merkel – Organ, der werden drei gute Beispiele gebracht, die in einem Monat bereits gescheitert sind.

Arbeiten ist nicht jedem gegeben.

Aus zwei Weltkriegen wieder aufzustehen wird niemanden Nichtstuer gelingen.

Einen schönen Tag

Lothar ***
Dipl. – Ing.

In der Linie 21

Ich stieg in die Straßenbahn und zog mir die Mütze vom Kopf. Die Gläser meiner Brille beschlugen, wie immer im Winter beim Schritt aus der Kälte ins Warme. Ich stolperte halb erblindet einige Schritte durch die Bahn und suchte nach einem Platz. Dann merkte ich, dass ich schon vorn bei der Fahrerkabine angekommen war.
Hinter mir murmelte es: „Der is nich von hier!“
Ich drehte wieder um und ließ mich auf einen freien Sitz fallen, an dem ich zuerst vorbeigelaufen war. Mir schräg gegenüber saß eine alte Frau und schaute mich neugierig an. In ihrer linken Hand hielt sie eine halbleere Bierflasche. Sie beugte sich hinunter zu ihrem Hund, einem hübschen Tier mit zottigem Fell. Sein Haar war zur Hälfte schwarz, zur Hälfte weiß, farblich geteilt gerade über dem Gesicht.
„Der is nich von hier“, sprach die Frau zu ihrem Hund. „Dit merkt man gleich, wie der rumläuft und sich umschaut. Dit is keen Berliner.“
Die Alte streichelte ihr Tier, das mich trotz der Warnung seines Frauchens weiter freundlich anschaute.
„Nahmd!“, sagte die Frau und blickte nun auch mich an. Beim Sprechen entblößte sie die wenigen Zähne, die sich noch in ihrem Mund befanden.
„Hallo“, erwiderte ich.
„Ick bin die Verena. Und dit is der Benny“, sagte die Alte und deutete auf ihren Hund. „Und wer bist du?“
„Micha.“
„Was? Michel? Wie der ausm Kinderbuch?“
„Nein, Micha.“
„Ach so, Michael. Jut. Sach ma! Wo kommstn du her? Du bist doch keen Berliner, oder? Ick darf dich doch duzen?“
„Na klar“, sagte ich. „Ich komme ursprünglich aus der Lausitz, aus der Nähe von Görlitz.“
„Siehste, hab ick doch gleich jemerkt, dass du keen Berliner bist. Da hab ick ne Witterung für. Hier, dis sind Berliner!“
Die Alte drehte sich um zu einer Mutter mit ihrem Sohn, die gerade ein Ticket aus dem Fahrscheinautomaten zogen.
„Dit sind Berliner, dit hör ick gleich anner Stümme!“
Mutter und Sohn beeilten sich, um schnellstmöglich das Weite zu suchen.
„Lausitz! Wie lange fährt man da bis hin?“, fragte die Alte.
„So zwei Stunden ungefähr“, sagte ich. „Aber eigentlich wohne ich gleich hier um die Ecke. Seit sechs Jahren. Also bin ich ja inzwischen auch fast ein Berliner, oder?“
„Ach so, biste hergezogen, wa? Ick bin ja würklich Berlinerin. Hier jeboren! Ooch meine Eltern schon und meine Großeltern. Ne richtje Berlinerin! Wie viele richtje Berliner kennst du eingtlich?“
„Gebürtige Berliner? Das sind wirklich nicht so sehr viele.“
„Siehste! Wusst ick doch! Gibt jar keene richtjen Berliner mehr in Berlin! Die sind alle abjehauen!“
Die alte Frau war vom Reden unmerklich ins Schreien geraten. Zwei junge Männer, die in unserer Nähe saßen, erhoben sich, liefen in der Straßenbahn nach hinten und setzten sich dort wieder hin. Benny, der Hund, schaute seine Herrin etwas verwirrt an.
„Tschuldjung! Ick mein, nüscht jejen dich, aber is doch so! Es wohn doch nur noch Fremde in Berlin! Die ham Jeld! Deswejen steigen ooch die Mieten überall. Und die richtjen Berliner, die könn sich keene Wohnung mehr leisten. Die müssen wegziehen, damit die Fremden Platz ham. Berlin ohne Berliner!“
„Aber sind denn nicht schon immer Fremde nach Berlin gekommen?“, fragte ich vorsichtig. „Bestand Berlin nicht schon immer aus Zugezogenen?“
„Nee! Wir Berliner sind die Urpreußen! Wir warn schon immer hier! Wir sind keene Fremden! Erst recht keene Sachsen!“
Die Straßenbahn bog quietschend um die Ecke und bremste an einer Haltestelle.
„Ich muss jetzt leider raus, umsteigen“, sagte ich. „Schönen Abend noch!“
„Ja, dir ooch!“, antwortete die alte Frau und sah jetzt traurig aus. „War würklich nett, mit dir zu reden! Es redet ja sonst keiner mehr mit eim.“
Ich stieg aus, überquerte die Straße, wartete auf die M8, die mich nach Berlin-Mitte bringen sollte, und dachte nach. War die Frau gerade eine Fremdenfeindin gewesen oder eine Gentrifizierungskritikerin? War sie rechts oder links? Gar nicht so einfach, diese Fragen zu beantworten! Auf jeden Fall aber hatte ich einen schweren Fehler begangen, überhaupt mit ihr zu reden. Denn wie hieß es doch völlig richtig allerorten: Wir dürfen Populisten keine Bühne bieten! Wir dürfen ihre Äußerungen nicht aufwerten, indem wir ihnen Resonanz verschaffen! Wir müssen eine harte Haltung zeigen, klare Kante!
Sollte mir diese Frau noch einmal begegnen, würde ich es besser machen: Eisern schweigen, die problematischen Äußerungen heimlich mitschneiden und sofort bei der Polizei Anzeige wegen Volksverhetzung erstatten, auf dass sie ihrer gerechten Strafe nicht entgehe! Denn die konsequente Grenzziehung ist die einzige Chance, unsere gefährdete Gesellschaft vor dem endgültigen Zerfall doch noch zu bewahren.

Zitat des Monats März

Wo ist Weh? Wo ist Leid? Wo ist Zank? Wo ist Klagen? Wo sind Wunden ohne jeden Grund? Wo sind trübe Augen? Wo man lange beim Wein sitzt und kommt, auszusaufen, was eingeschenkt ist. Sieh den Wein nicht an, wie er so rot ist und im Glase so schön steht: Er geht glatt ein, aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter. Da werden deine Augen seltsame Dinge sehen, und dein Herz wird Verkehrtes reden, und du wirst sein wie einer, der auf hoher See sich schlafen legt, und wie einer, der oben im Mastkorb liegt. „Sie schlugen mich, aber es tat mir nicht weh; sie prügelten mich, aber ich fühlte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Dann will ich’s wieder so treiben.“

Sprüche 23, 29-35

Termine der Woche

Am Mittwoch (21. März) tritt meine Berliner Lesebühne Zentralkomitee Deluxe zu ihrer monatlichen Sitzung zusammen. Heitere wie satirische Geschichten und Lieder gibt es nicht nur von mir, sondern auch von den literarischen Genossen Tilman Birr, Noah Klaus, Piet Weber und Christian Ritter. Außerdem haben wir wieder einen Gast mit dabei, diesmal den politische Dichter Maik Martschinkowsky von der weltberühmten Lesedüne. Los geht es mit dem Abend fortschrittlicher Komik um 20 Uhr in der Baumhaus Bar überm Musik & Frieden an der Oberbaumbrücke in Kreuzberg. Tickets sind zum humanen Preis von 6 Euro am Einlass erhältlich.

Am Sonntag (25. März) bin ich erstmals Gast bei der Lesebühne Parallelgesellschaft in Berlin-Neukölln. Zum Thema „hartz knock life“ lese und quatsche ich mit den Stammautoren und -innen Jacinta Nandi, Temye Tesfu, Tanasgol Sabbagh und Jokaa. Los geht es um 20 Uhr in der B-Lage.

Am Grab des Konservativen

Wer in Dresden den Alten Katholischen Friedhof besucht, der kann dort das Grab von Friedrich Schlegel entdecken. Dass dem Philosophen das Glück widerfuhr, in Sachsen seine letzte Ruhestätte zu finden, verdankt sich einem traurigen Zufall. Während er in Dresden im Jahr 1829 eine Vorlesung hielt, ereignete sich ein Unglück. Friedrichs alter Freund, der Dichter Ludwig Tieck, musste Schlegels Bruder August Wilhelm in einem Brief davon berichten: „In der Nacht nehmlich von Sonntag zu Montag, Montag nach 2 Uhr, den 12ten Januar ist Friedrich plötzlich, nach einem kurzen, aber harten Kampfe, der ihn ohngefähr eine Stunde geängstiget hat, am Schlage gestorben.“

Friedrich Schlegel war einer der renommiertesten, aber auch umstrittensten Intellektuellen seiner Zeit. In seiner Jugend begeisterte er sich für die Französische Revolution und schockte die deutschen Spießbürger mit einem erotischen Roman. Angesichts von Krieg und Chaos in Europa unter der Herrschaft Napoleons bekehrte er sich aber zum konservativen Denken und auch gleich noch zur katholischen Kirche. Von vielen Weggefährten wurde ihm dies als Verrat verübelt. Dabei trieb ihn zu diesem Schritt die Sehnsucht nach Harmonie, die ihn schon immer bestimmt hatte. Dass er sich den dauernden Frieden nur in einer Gesellschaft nach dem Vorbild des Mittelalters vorstellen konnte, machte ihn zum Konservativen.

Zum modernen Denker macht ihn sein klarer Blick für die zerstörerischen Wirkungen des Nationalismus. Schlegel träumte von einer Einigung Europas durch die Wiederherstellung des römischen Reiches, ja er wollte den von den Patrioten seiner Zeit gepredigten „Volkshass“ sogar schon durch eine „liebevolle Verschmelzung der Nationen“ überwinden.

Es ist kein Zufall, dass Schlegel hundert Jahre nach seinem Tod von einem gewissen Carl Schmitt als haltloser Ästhet und Fantast denunziert wurde, von jenem Staatsrechtler also, der den rassistischen Nationalismus zum Wesen deutscher Politik erklärte, im Jahr 1934 Hitlers Meuchelmorden die juristische Absolution erteilte und von den neuen Rechten unserer Tage als Säulenheiliger angebetet wird. Manchem Politiker könnte eine Pilgerfahrt zu Friedrich Schlegels Grab vielleicht in Erinnerung rufen, dass Konservatismus und Nationalismus nicht dasselbe sind.

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Dieser Text erschien zuerst als Kolumne der Rubrik Besorgte Bürger in der Sächsischen Zeitung.

Termine der Woche

Am Donnerstag (15. März) gibt’s die monatliche Ausgabe unserer Dresdner Lesebühne Sax Royal in der Scheune. Neue Geschichten, Gedichte und Lieder präsentieren mit mir Roman Israel, der Erzähler abgründiger Geschichten aus der Lausitz und aller Welt, Max Rademann, der Chronist des Erzgebirges und Neustädter Tresenphilosoph, Stefan Seyfarth, der Dresdner Dichter und Gitarrenvirtuose, sowie ein besonderer Gast: Christian Kreis aus Halle an der Saale ist Absolvent des Deutschen Literaturinstitutes in Leipzig. Er hat mehrere Lyrikbände veröffentlicht, schreibt regelmäßig heitere Kolumnen für das Portal Fixpoetry, ist Mitglied der Hallenser Lesebühne Kreis mit Berg, gewinnt ab und zu Poetry Slams und arbeitet unermüdlich an seinem ersten Roman. Los geht es um 20 Uhr. Karten gibt es bis Mittwoch noch im Vorverkauf, aber auch am Donnerstag noch problemlos an der Abendkasse am Einlass ab 19:30 Uhr.

Am Freitag (16. März) folgt wie immer die Lesebühne Grubenhund in Görlitz. Ich lese neue Texte zusammen mit den wunderbaren Kollegen Udo Tiffert und Max Rademann. Und auch in Görlitz wird Christian Kreis unser Gast sein. Ein ebenso heiterer wie poetischer Abend ist gewiss. Los geht es um 19:30 Uhr im Camillo. Karten gibt’s am Einlass.

Am Sonnabend (17. März) endet meine Tournee durch Sachsen in Leipzig, wo gerade die Buchmesse stattfindet. Ich habe die Ehre, beim traditionellen Literarischen Frühschoppen gemeinsam mit Jürgen Roth und Thomas Kapielski lesen zu dürfen, das die Galerie Artae (Gohliser Straße 3) jedes Jahr im Rahmen des Buchmessen-Programms „Leipzig liest“ organisiert. Los geht es um 11 Uhr, im Eintritt ist Weißwurst und Bamberger Bier inbegriffen!

Die neue Redefreiheit

Noch nie wurde in Deutschland so viel geredet wie heute. Und noch nie wurde dabei von so vielen gesagt, man dürfe ja in Deutschland nichts mehr sagen. Ein Teil der Bevölkerung weiß genau, dass in Deutschland Zensur herrscht. Ich blauäugiger Mensch lebte hingegen bisher in der Überzeugung, die freie Rede habe einen recht weiten Spielraum. Stellte doch jüngst etwa eine sächsische Staatsanwaltschaft fest, die Redefreiheit umfasse sogar das Recht, sich die Hinrichtung von politischen Gegnern zu wünschen, ja diese Hinrichtung mit Hilfe von selbst gebastelten Galgen symbolisch vorwegzunehmen. Ich gehe davon aus, dass es dementsprechend auch nicht ungesetzlich ist, wenn ich mir wünsche, den zuständigen Staatsanwalt möge ein Blitz beim Scheißen erschlagen.

„Eine Zensur findet nicht statt“, behauptet das Grundgesetz. Aber viele Bürger behaupten anderes. Wer hat recht? Auf den Straßen, auf den Titelseiten, in den Fernsehstudios, ja mittlerweile sogar im Parlament dürfen Männer erklären, die linke Meinungsdiktatur lasse sie nichts mehr sagen. Wenn so viele das behaupten, muss es dann nicht stimmen? Ein gewisser Thilo Sarrazin, Mitglied der SPD, ist Millionär geworden, indem er sagte, was man nicht sagen darf. Er hat inzwischen unzählige Nachahmer inspiriert, die ebenfalls von der verbotenen Frucht naschen. In Deutschland kann einem Publizisten in finanzieller Hinsicht offenbar nichts Besseres passieren, als von der Zensur verboten zu werden. Wurde einem Mann erst einmal das Maul gestopft, hängen die Leute ihm an den Lippen. Aber man muss schon tüchtig rechts sein, wenn man in den Genuss dieses verkaufsfördernden Verbotes kommen will. Denn nur Rechte, die Linke kritisieren, sind Helden der Meinungsfreiheit. Linke, die Rechte kritisieren, sind hingegen Gegner der Meinungsfreiheit. Denn die Redefreiheit der Rechten umfasst bekanntlich auch das Recht, keine Gegenrede ertragen zu müssen. Völlig zurecht wird darum der Dresdner Turmschriftsteller Uwe Tellkamp trotz einigen kleinen Lügen als mutiger Kritiker gefeiert, während die Kritiker des Kritikers ernstlich verwarnt werden, sie mögen doch den empfindlichen Mann nicht durch den Hinweis auf die Wahrheit stigmatisieren.

„Nein, nein!“, ermahnen mich die Kämpfer gegen die politische Korrektheit. „Die Zensur ist heute natürlich nicht mehr so altmodisch, mit Verboten vorzugehen, ihr gelingt es, tapfere Streiter für die Wahrheit mit der Nazi-Keule zur Strecke zu bringen!“ Wenn ich das Wort „Nazi-Keule“ höre, stellen sich bei mir leider immer noch die falschen Assoziationen ein. Vielleicht liegt’s daran, dass ich aus der ostdeutschen Provinz komme. Beim Wort „Nazi-Keule“ denke ich immer noch an einen Baseballschläger, von dem Blut tropft, weil gerade irgendein Nazi jemanden damit erschlagen hat. Aber wie albern! Die „Nazi-Keule“, von der unsere neuen Rechten sprechen, ist natürlich eine viel gefährlichere Waffe. Sie zerstört nicht bloß das Leben von Minderwertigen, sondern viel Kostbareres, den Ruf von Patrioten, die zu Unrecht beschuldigt werden, Nazis zu sein. Mein Mitleid mit diesen Männern kennt keine Grenzen und wird auch nicht im Mindesten durch den Eindruck gedämpft, als wirkte ein Volltreffer der „Nazi-Keule“ auf manche Rechte nicht niederschmetternd, sondern wie ein Ritterschlag. Ja, die „Nazi-Keule“ gleicht einem Zauberstab, durch den Rechte in Helden verwandelt werden. Kein Wunder, dass mancher sich selbst mit diesem Zauberstab bearbeitet, wenn es partout an Linken mangelt, die zur „Nazi-Keule“ greifen wollen. Wo kein Linker zur Stelle ist, um mit Hitler zu vergleichen, malt sich gewiss ein Rechter selber ein Hitlerbärtchen unter die Nase. Oder hat jemand Björn Höcke einen Revolver an den Kopf gehalten, um ihn dazu zu bringen, freundliche Worte über den Nationalsozialismus zu sagen? Wer hat in Pirna beim „Politischen Aschermittwoch“ der AfD die Meute angesoffener Frührentner dazu gezwungen, vor den Augen der Welt einen geselligen Abend im Sportpalast nachzustellen?

Wir dürfen bei alledem nicht vergessen, dass schon Adolf Hitler ein Opfer der Zensur gewesen ist. Immer wieder hatte er Schläge mit der Nazi-Keule zu erdulden. Man erhob die absurde Anschuldigung, er sei kein Demokrat, man warf ihn ins Gefängnis, erteilte ihm Redeverbote. Kein Wunder, dass Hitler immer wieder klagte, er werde vom Weimarer Schandsystem „geknebelt“ und von der verräterischen „Judenpresse“ diffamiert. Hätte man doch nur das konstruktive Gespräch mit Hitler gesucht! Hätte man seine Sorgen angesichts der grassierenden Verjudung Deutschlands ernstgenommen! Hätte man ihn nur freiwillig an der Regierung beteiligt, um ihn zu mäßigen und zu entzaubern! Welches Leid wäre Deutschland erspart geblieben! Wer dem gerechten Volkszorn nicht die Gesetze anpasst, der muss sich nicht wundern, wenn der gerechte Volkszorn sich jenseits der Gesetze austobt. Seien wir doch vernünftig! Kapitulieren wir in vorauseilendem Gehorsam vor dem Faschismus, um unsere Demokratie zu bewahren!

„Diffamiert“ – das Wort ist auch heute noch die liebste Vokabel des Rechten, der es mit vollem Recht unerträglich findet, dass Linke ihn öffentlich kritisieren dürfen. Wer so wie ich das unerhörte Glück hat, regelmäßig Post von besorgten Bürgern zu bekommen, der weiß, dass jeder zweite Brief mit folgender Klage beginnt: „Sie haben wieder was gegen die PEGIDAFD geschrieben! Das ist eine unerhörte Diffamierung! Sie haben keinen Respekt vor Andersdenkenden! Sie wollen die Meinungsfreiheit abschaffen!“ Wir müssen neidlos den Propagandisten der politischen Inkorrektheit gratulieren. Es ist ihnen in jahrelanger Arbeit gelungen, dieses Argument so fest in die Hirne von Millionen zu meißeln, dass es dort niemand je wieder herausbefördern wird. Es besticht aber auch ganz enorm durch seine Logik: Wenn die Rechten Kritik üben, nutzen sie die Redefreiheit. Wenn an den Rechten Kritik geübt wird, dann ist das Zensur. Wahrhafte Meinungsfreiheit herrscht nach dieser Logik erst, wenn niemand mehr die Freiheit hat, den Rechten zu widersprechen. Einige Länder im Osten Mitteleuropas sind schon auf dem besten Wege, einen solchen Triumph der Redefreiheit zu bewerkstelligen. Aber wenn schon nicht gleich ganz Deutschland, so kann doch zumindest Sachsen nachziehen! Schon bald gibt es hier Wahlen, die den richtigen Weg weisen können!

Da ich nun die Rechten schon mit so viel Lob bedacht habe, möchte ich auch die Linken nicht vergessen. Das gebietet schon die Fairness. Ich finde es wirklich formidabel, wie viele Linke gerade jetzt ihre Hypersensibilität entdecken, da die Rechten mit dem Vorschlaghammer anrücken. Einen besseren Zeitpunkt hätten sie sich für ihre Entdeckungsreise zu den äußersten Grenzen der Empfindsamkeit nicht aussuchen können. Ich kann ihnen deswegen auch nicht verübeln, dass sie sich inzwischen schon die Ohren zuhalten und über „unerträgliche Hassrede“ klagen, wenn ein Rechter auch nur den Mund aufmacht, um seine Meinung zu sagen. Dass die Linken mit den Rechten in einen Wettbewerb eingetreten sind, wer leberwurstiger ist, wer schneller beleidigt und wer das größere Opfer, das versetzt mich wahrlich in Hochstimmung und macht mir große Hoffnung für die Zukunft. Wie schlau sind jene Linken, die den öffentlichen Streit mit den Rechten nach Möglichkeit vermeiden, um sich die Finger nicht schmutzig zu machen! Wie souverän und mutig wirkt das! Wie überzeugend ist es auch, dass die Linken beständig über böse Wörter, kaum noch aber über die Sachen selbst reden! Es spart ja auch jede Menge Arbeit, wenn man darauf verzichtet, zu überprüfen, ob die Rechten Recht oder Unrecht haben, und sich stattdessen damit begnügt, den Rechten vorzuwerfen, dass sie rechts sind. Kurzum: Bei den linken Parteien läuft alles kolossal gut und ihre Wahlergebnisse bestätigen das ja auch blendend.

Ich komme zum Schluss: Es steht um die Redefreiheit ganz hervorragend in Deutschland, geradezu optimal. Es wird ja unerhört viel geredet bei uns, vor allem aneinander vorbei und übereinander hinweg, aber immerhin. Das Selbstgespräch ist doch die angenehmste Form der Kommunikation; im Spiel mit sich selbst geht man immer als Gewinner vom Platz. Hauptsache ist, es wird stets so laut geredet, dass niemand in die Versuchung gerät, nachzudenken. Zweifel ist nur hinderlich dabei, auf jede Frage auf Anhieb die richtige Antwort geben zu können. Wir haben vielleicht keine Streitkultur, aber unsere Kultur der Zerredung ist unvergleichlich. Aber das alles soll uns keine Sorgen bereiten, im Grundgesetz steht ja nur etwas vom Recht, sich zu äußern, aber nichts von der Pflicht, auch einmal zuzuhören. Hoffentlich kommt nie jemand auf die Idee, die Redefreiheit könnte auch darin bestehen, sich – wenigstens für ein Weilchen ab und an – vom Zwang zum unablässigen Reden zu befreien. Denn das würde ja dazu führen, dass Demokraten, statt auf das Gekläff von Rechtsradikalen routiniert mit verletztem Gejaule zu antworten, einmal in Ruhe darüber nachdächten, mit welchen eigenen Ideen es gelingen könnte, die Leute wieder zu überzeugen und zu begeistern.

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Dieser Text wurde am 11. März 2018 im Kabarett Breschke & Schuch bei der Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die nationalsozialistische Bücherverbrennung in Dresden vorgetragen. Die Gedenkveranstaltung findet jedes Jahr auf Initiative der Dresdner SPD statt. Informationen zur Vorreiterrolle Dresdens im Kampf „wider den undeutschen Geist“ findet man zum Beispiel in diesem Beitrag der FAZ.

Kampf um den Westen

Als 1990 die DDR der BRD beitrat, waren die meisten Beobachter überzeugt davon, die deutsche Frage sei nun beantwortet. Das wiedervereinigte Deutschland habe seinen historischen Sonderweg verlassen und sei endgültig im Westen angekommen, der überhaupt bald die ganze Welt nach seinem Bilde umgestalten werde. Das Ende der Geschichte schien nah.

Diese frohgemuten Prophezeiungen erscheinen uns heute blauäugig. Nicht nur trotzen autoritäre Staaten auf der ganzen Welt der bröckelnden Macht des Westens. Es zeigt sich gerade auch deutlich, was eigentlich schon immer galt: Der Westen selbst ist nicht nur der Westen, er ist auch sein Gegenteil. Die zwei wesentlichen Ideen der westlichen Zivilisation sind die Gleichheit der Menschen an Würde und Rechten sowie die Demokratie als politische Selbstbestimmung der Bürger. Aber diese Ideen waren und sind umkämpft. Sie existierten oft nur als schöner Schein, weil tatsächlich allein reiche, weiße Männer regierten und sich um die Rechte der Frauen, der Armen und der Sklaven einen Dreck scherten. Es fehlte nicht an Ideologen, die diesem Handeln auch eine Rechtfertigung lieferten: Die Menschen seien eben nicht gleich, der Kampf ums Dasein lese eine Elite aus, die zur Herrschaft berufen sei. Die Natur habe auch die Völker auf unterschiedliche Plätze und Ränge verwiesen, die einen zu Herren und die anderen zu Dienern bestimmt. Jede Mischung zwischen ihnen sei von Übel.

In kaum einer Kultur wurde der Kampf zwischen denen, welche für Gleichheit und Demokratie und denen, die für Blut und Diktatur stritten, so erbittert ausgetragen wie in der deutschen. Im Nationalsozialismus erlebte alles, was der westlichen Zivilisation widersprach, seinen zeitweiligen Triumph. Schon damals gaben sich die Feinde des Westens mit Vorliebe als dessen wahre Verteidiger aus, so wie heute wieder die frustrierten alten Männer der „Alternative für Deutschland“.

Unsere völkischen Nationalisten behaupten gerne, wer ihnen entgegentrete, sei vernarrt ins Fremde und verachte „das Eigene“. Wir sollten ihnen gelassen und fröhlich erwidern: Euer „Eigenes“ ist nicht unser Eigenes, eure „Kultur“ ist nicht unsere Zivilisation, euer „Abendland“ ist nicht unser Europa. Wir bekämpfen nicht das Eigene, wir bekämpfen euch!

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Dieser Text erschien zuerst als Kolumne der Rubrik Besorgte Bürger in der Sächsischen Zeitung.

Krieg dem Handelskrieg!

Der Krieg, fröhliches Stelldichein für abenteuerliche Herzen, Hygiene der Menschheit, Motor der natürlichen Auslese – was wären wir ohne ihn? Mit Recht gilt er unter den Weisen als Vater aller Dinge. Den schlaffen Weichling erzieht er zum kernigen Kerl, den zweifelnden Intellektuellen zum Herold des Heeres, den feigen Pazifisten zum beherzten Mörder mit gutem Gewissen. Eine Uniform schmückt jeden Mann, keine Frau verweigert einem feschen Krieger einen Kuss – besonders dann nicht, wenn er ihr den Gewehrlauf an den Schädel hält. Aber leider sind nicht alle Kriege so schön. Es gibt Kriege, die den ehrenvollen Namen zu Unrecht tragen, in denen kein Schuss abgefeuert, kein Orden verliehen, keine Feldtoilette ausgehoben wird, sogenannte Handelskriege.

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Termine der Woche

Am Dienstag (6. März) lese ich als Gastautor bei einer der traditionsreichsten Lesebühnen von Berlin. Sie heißt LSD – Liebe statt Drogen und vereinigt die Stammautoren Andreas „Spider“ Krenzke, Tobias „Tube“ Herre, Uli Hannemann und Ivo Lotion. Als Gäste sind an diesem Dienstag auch noch die Kollegen Andreas Kampa und Meikel Neid mit dabei. Los geht es um 21:30 Uhr im zauberhaften Schokoladen.

Am Donnerstag (8. März) findet in Görlitz die erste Veranstaltung der von der Friedrich-Ebert-Stiftung organisierten Reihe „Zukunft Görlitz“ statt, eine Diskussion unter dem Titel „Wie werden wir reden?“ Moderator des Abends ist Cornelius Pollmer, weitere Gäste sind Prof. Dr. Raj Kollmorgen (Hochschule Görlitz/Zittau) und Ulf Großmann (Präsident der Kulturstiftung Sachsen). Das Gespräch beginnt um 18 Uhr im Schlesischen Museum.

Am Sonnabend (10. März) bin ich Gastautor bei der Lesershow, der Lesebühne von Frank Sorge, Martin Goldenbaum, Thilo Bock und Robert Rescue in Berlin-Mitte. Los geht es um 21 Uhr in der Z-Bar.

Am Sonntag (11. März) spreche ich – sofern ich es irgendwie schaffe, nach einer Nacht in der Z-Bar aus dem Bett und in einen Zug zu finden – bei der jährlichen Gedenkveranstaltung der Dresdner SPD zum Jahrestag der nationalsozialistischen Bücherverbrennung im Dresdner Kabarett Breschke & Schuch. Los geht es um 11:00 Uhr.