Das letzte Gefecht der Rassisten

Sachsen hat ein Problem, aber das Problem heißt nicht Sachsen. Es wäre albern, wollte man bestreiten, dass die Fremdenfeindlichkeit in den östlichen Bundesländern dumpfer und militanter ist als in den westlichen. Aber wer Xenophobie zum Zonenproblem verniedlicht, der macht es sich zu einfach. Im Osten wird nur in besonders drastischer Form eine Krise offenkundig, die ganz Deutschland, ja ganz Europa betrifft. Eine kulturell und politisch zurückgebliebene Region wie Sachsen ringt nur besonders verzweifelt mit einem Problem, das auch andernorts längst noch nicht überwunden ist. Und dieses Problem heißt Rassismus.

Was aber ist Rassismus eigentlich? Wer darunter bloß die Diskriminierung wegen Aussehen und Herkunft versteht, der erfasst den eigentlichen Kern dieser Weltanschauung nicht. Der Wahn des Rassismus ist viel existenzieller und darum, in die Praxis umgesetzt, mörderischer. Ein Blick in einen Klassiker des Genres wie Gobineaus Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen macht dies deutlich. Der Rassist leugnet nicht nur die Existenz einer universellen Menschheit und ordnet die Menschen stattdessen in höher- und minderwertige, sich ewig bekriegende Rassen. Sein größtes Feindbild ist das „Rassenchaos“, die Vermischung der Rassen. Sie ist für ihn Ursache der Degeneration und Vernichtung der überlegenen weißen Kultur. Als Gegenmittel bleibt nach seiner Überzeugung nur strikte Rassentrennung und die gesunde „Inzucht“ der Weißen. Diese ungemein wirkungsvolle Wahnidee sitzt als unbewusste Angst auch in Menschen, die sich selbst nie als Rassisten bezeichnen würden. Aber die eigene Tochter und ein Neger – igitt!

Der Alptraum der Rassisten wird gerade in Europa Wirklichkeit. In den Großstädten ist er schon Realität, aber selbst in den ländlichen Regionen des Ostens beginnt ein Transformationsprozess von der homogenen zur heterogenen Gesellschaft. Die Furcht der Provinzbevölkerung beschreibt Prof. Werner Patzelt treffend mit den Worten:

Viele Leute in Sachsen, doch auch darüber hinaus, empfinden die – bis in die Kleinstädte sichtbar werdenden – Begleiterscheinungen der Einwanderung als „Entheimatung“. Das heißt: Man bleibt zwar im eigenen Land, erkennt aber in ihm so große Veränderungen, dass man sich zunehmend heimatlos fühlt.

Deutsche, die eine sichere Heimat haben, glauben diese also gefährdet durch Flüchtlinge, die im Gegensatz zu ihnen oft wirklich eine gewaltsame „Entheimatung“ erlebt haben und nun in wenig heimeligen Heimen leben müssen. Übergehen wir einmal die Komik, die in dieser deutschen Selbststilisierung zum Opfer liegt. Was müssten die Sachsen denn aushalten? Sie müssten den Anblick von Menschen ertragen, die anders aussehen als sie, anfangs auch den Klang der Stimme von Menschen, die des Sächsischen noch nicht mächtig sind. Würde ihnen dadurch die Heimat genommen? Ja – und zwar dann, wenn unter Heimat ein Ort zu verstehen ist, wo alle ungefähr gleich aussehen und reden. Diese Uniformität ist im Osten Deutschlands bislang tatsächlich noch weitgehend intakt. Sie wird den Deutschen wirklich genommen werden.

Jene Deutschen, in denen der rassistische Wahn nur als unbewusste Furcht sitzt, werden durch die Realität kuriert. Fremdenfeindlichkeit lässt sich durch persönlichen Kontakt mit Fremden überwinden, wie die geringere Xenophobie in Großstädten zeigt. Schnell stellt sich bei der konkreten Begegnung der bedrohliche Zuwanderer als normaler Mensch heraus, der meist weder besser noch schlechter ist als die Einheimischen. Für die bewussten Rassisten hingegen ist die Zuwanderung existenzbedrohend. Nicht nur wird ihr Alptraum Wirklichkeit. Viel schlimmer: Ihre Ideologie wird durch diese Realität widerlegt. Denn das fröhliche Rassenchaos führt ganz und gar nicht zum prophezeiten Niedergang. Weil die Rassisten spüren, dass sie auf verlorenem Posten kämpfen, ist ihre Gegenwehr so wütend. Ihr Irrsinn kann noch viele Opfer kosten, aber siegen kann er nicht. Die Zahl der Mischehen, so lesen wir, steigt beständig. Jedes dritte Kind, das in Deutschland geboren wird, hat inzwischen einen sogenannten „Migrationshintergrund“. Wir dürfen uns freuen: Der „Volkstod“ ist nur noch eine Frage der Zeit.

Es gibt Politiker und Experten, die meinen, man könne die Fremdenfeindlichkeit bekämpfen, indem man die Zuwanderung reduziert oder ausschließlich in die Großstädte leitet. Je weniger Fremde den Rassisten vor die Fäuste laufen, desto weniger Gewalttaten werden geschehen, so lautet die triste Logik der Kapitulation, die hinter solcher Argumentation steckt. Mir scheint das Gegenteil richtig: Die Abschaffung des Rassismus gelingt am sichersten durch die Völkermischung. Wir sollten die Zuwanderung – allerdings im Rahmen der praktischen Möglichkeiten – fördern und die Zuwanderer geradewegs in jene Kuhdörfer lenken, wo frische Gene ersichtlich am dringendsten benötigt werden: nach Dresden, nach Meißen, nach Freital, nach Heidenau, nach Tröglitz, nach Schnellroda. Allerdings müssen dann jene weltoffenen Deutschen, die es natürlich auch gibt, die Zuwanderer gegen jene Einheimischen schützen, die sich noch in vorzivilisatorischem Zustand befinden.

Ich will schließlich auch zugeben, dass mein Plan nicht ganz uneigennützig ist: Liebe Menschheit, bitte lass mich nicht allein mit diesen Deutschen!

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Leseempfehlung:

Versuch über die Ungleichheit der Menschenracen. Vom Grafen Gobineau. Deutsche Ausgabe von Ludwig Schemann. Erster Band. Stuttgart: Fr. Frommanns Verlag (E. Hauff), 1898.

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Kommentare
  1. Ivo Schuetz

    Flüchtlinge sind vor Krieg und Folter geflohen. Sie genießen hierzulande rechtlich verbrieften Schutz. Sie nun als Menschenmaterial, oder, in Anbetracht der Zustände in Sachsen treffender, als Kanonenfutter einzusetzen im Kampf für ein toleranteres Deutschland, halte ich für zynisch. Der Flüchtling muss aber keinen Zweck für die Gesellschaft erfüllen. Er ist selbst Zweck und hat Anspruch auf Schutz, auch vor aufgebrachten Sachsen. Keineswegs kapituliert, wer die Unterbringung von Flüchtlingen in sichereren westdeutschen Großstädten für sinnvoller hält. Eher erkennt, wer dies tut, soziale Realitäten an. Und eine dieser Realitäten ist eben, dass Sachsen ein Rechtsextremismusproblem sui generis hat (sprich, ganz besonders unappetitlich ist). Das hat nichts mit der Verharmlosung des Rassismus anderenorts zu tun. Es ist schlicht das klare Benennen eines besonders problematischen Gebietes.

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    • Michael Bittner

      Dass Sachsen ein besonders problematisches Gebiet ist, bestreite ich nicht. Aber der sächsische Fremdenhass ist doch wohl nur im Ausmaß, nicht aber im Wesen von dem Fremdenhass andernorts verschieden, oder? Ob alle westdeutschen Großstädte (Dortmund?) wirklich sicherer für Flüchtlinge sind und vor allem: ob sie es blieben, wenn sie allein alle Flüchtlinge aufnehmen müssten, das weiß ich nicht. Was Ihnen als Zynismus erscheint, sollte wenigstens meiner Absicht nach als Sarkasmus erkennbar sein. Natürlich soll niemand auf Dauer dazu gezwungen werden, im Osten zu leben, wenn er nicht will. Vielmehr reicht es, den Dingen ihren natürlichen Lauf zu lassen. Den Osten dagegen vorauseilend ausländerrein zu machen, wäre das nicht eine Kapitulation vor den Rassisten? Wenn Sie aber sagen: Egal, Hauptsache ist, dass niemand auch nur kurz gegen seinen Willen dort sein muss – dann ist das eine Position, die ich auch verstehen kann.

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  2. Dresdner

    Einen Menschen der Sachsen als Kulturell Rückständig bezeichnet ( und offensichtlich der Meinung ist das dies so wäre) kann man nicht für Ernst nehmen. Schlimmer noch Sie sind ein Rassist der übelsten Sorte mit Ihren wirren Aneinanderreihungen von Vorurteilen und Verallgemeinerungen.

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    • Michael Bittner

      Erst mal die Rechtschreibkorrektur: „Einen Menschen, der Sachsen als kulturell rückständig bezeichnet (und offensichtlich der Meinung ist, dass dies so wäre), kann man nicht ernst nehmen. Schlimmer noch: Sie sind ein Rassist der übelsten Sorte mit Ihren wirren Aneinanderreihungen von Vorurteilen und Verallgemeinerungen.“

      Und jetzt die sachliche Korrektur: Ich habe nicht die Sachsen als rückständig bezeichnet, schon gar nicht alle, sondern das Land Sachsen – und zwar in kultureller und politischer Hinsicht. Einige zurückgebliebene Leute gibt es aber in Sachsen auch. Wenn Sie sich durch Kritik an Rassisten angegriffen fühlen, dann ist das aber Ihr Problem.

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  3. Ali Schwarzer

    Dass Sachsen ein besonders problematisches Gebiet ist, bestreite ich nicht. Aber der sächsische Fremdenhass ist doch wohl nur im Ausmaß, nicht aber im Wesen von dem Fremdenhass andernorts verschieden, oder?

    Dieses „nur“ hat aber völlig andere Qualität. Das Ausmaß an Rassismus in Sachsen, hauptsächlich Leipzig, hat mich dazu bewogen, aus meiner Heimat zu fliehen. Ich bin nicht die einzige schwarze Person, die sich genau deshalb dazu entschlossen hat. Ich werde nicht die letzte sein.

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    • Michael Bittner

      Es gibt hier ein moralisches Dilemma, über das schon viel diskutiert wurde. Zwei Lösungen, die beide schlecht sind: Soll man bestimmte Gebiete im Osten meiden und den Rechten dadurch national befreite Zonen überlassen oder soll man Menschen Risiken aussetzen? Entscheiden können das nur die Betroffenen selbst.

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  4. Jana Wiese

    Herr Bittner, ich bin absolut der Meinung, dass aktiv etwas gegen den Fremdenhass unternommen werden muss und dass er in Sachsen sehr ausgeprägt ist. Gegen den „wütenden Mob“, der mit Gewalt auf die Straße drängt, muss definitiv etwas unternommen werden. Und zwar schnell. Doch, wenn wir uns in Europa umschauen, ist das sicher kein sächsisches Problem. Ich kenne viele Sachsen, gebürtige wie zugereiste (aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis), die sich gegen diese Fremdenfeindlichkeit stellen und sie auch offen aussprechen. Und aktiv sind. Diese Seite von Sachsen haben sie leider vergessen zu erwähnen. Ich kenne auch ein paar verdeckte Rassisten, die sich nicht so nennen lassen wollen. Auch in meiner eigenen Familie. Leider. Vorurteile und Angst vor dem Fremden und Politikverdrossenheit spielen dabei eine wichtige Rolle. Und ich diskutiere mit diesen Leuten.
    Politisch mag Sachsen aufgrund der 25jährigen Herrschaft der CDU zurückgeblieben sein, denn für große Veränderungen ist sie nicht bekannt. Bei der letzten OB-Wahl gab es in der Stadt Dresden jedoch auch starke demokratische Alternativen zur altbackenen CDU. Und diese haben auch viele Stimmen bekommen. Leider aber nicht genug.
    Doch kulturell ist Sachsen nicht zurückgeblieben. Ich komme nun aus Dresden und kann natürlich nicht für den ländlichen Raum sprechen. Hier gibt es sehr viel Kultur. Und es gibt auch Möglichkeiten für Leute mit geringem oder gar keinem Einkommen an dieser kulturellen Landschaft teilzuhaben. Auch von Leipzig weiß ich, dass der Kultur ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. Das wird mir jeder bestätigen, der jemals diese Städte besucht hat. Ich mag keine einseitigen Darstellungen, auch wenn die Aussage dahinter im Kern richtig ist.

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    • Michael Bittner

      Frau Wiese, vielen Dank für Ihre Einwände. In meinem Text sage ich ja ausdrücklich, dass das Problem kein spezifisch sächsisches ist, auch wenn es sich in Sachsen besonders krass ausprägt. Die „weltoffenen Deutschen, die es natürlich auch gibt“ habe ich auch nicht vergessen, denn davon gibt es natürlich auch in Sachsen glücklicherweise jede Menge. Kulturell hat Sachsen natürlich auch jede Menge zu bieten, aber mir scheint, dass auch auf diesem Gebiet die meisten Blicke sich eher in die gute alte Zeit richten als in die Moderne. Aber das ist vielleicht Ansichtssache. Im Übrigen verkennen Sie sicher nicht, dass ich mit meinem Beitrag die Sachsen auch einfach ein bisschen ärgern und an ihrer Ehre kitzeln wollte.

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  5. Horst E.

    „Doch kulturell ist Sachsen nicht zurückgeblieben. Ich komme nun aus Dresden und kann natürlich nicht für den ländlichen Raum sprechen. Hier gibt es sehr viel Kultur. “

    Diese Art von (wahrer) Kultur meint Herr Bittner doch gar nicht. Wenn der von Kultur spricht meint er auschließlich den Multikultischeiß seiner linksgrünen Gesinnungsgenossen.

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    • Michael Bittner

      Werter Klemmnazi Horst! Sie haben völlig recht: Die Sixtinische Madonna und die Yenidze, die Türckische Cammer und das Italienische Dörfchen, die Panoramen von Yadegar Asisi und das Kraszewski-Museum – nur solchen Multikulti-Scheiß halte ich für Kultur! Ihre nach Sauerkraut riechenden deutschen Schweißfüße hingegen halte ich nicht für Kultur.

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  6. Daniel

    „Deutsche, die eine sichere Heimat haben, glauben diese also gefährdet durch Flüchtlinge, die im Gegensatz zu ihnen oft wirklich eine gewaltsame „Entheimatung“ erlebt haben und nun in wenig heimeligen Heimen leben müssen“
    Die werden dort ja nicht ewig leben. Bei solchen Unterkünften handelt es sich meist nur um Erstaufnahmeeinrichtungen oder Übergangswohnheimen.
    Irgendwann (müssen) die ja auch dort ausziehen, und dann verstärken sie den Wettbewerb um die wenigen günstigen Wohnungen, die man als Niedriglöhner und H4ler bezahlen kann. Natürlich sind besonders in dieser „Schicht“ die Vorbehalte ggü. Flüchtlingen verbreitet. Anfang der 2000er hat man ihnen gesagt, dass man sich den „ausufernden Sozialstaat“ nicht mehr leisten kann und deshalb Einschnitte vornehmen muss. Es kam Hartz4. Und jetzt sind wir plötzlich ein reiches Land? Trotz Hartz4 und Rentnern, die nach 40 Jahren Arbeit von ihrer Rente nicht leben können?

    „Jene Deutschen, in denen der rassistische Wahn nur als unbewusste Furcht sitzt, werden durch die Realität kuriert. Fremdenfeindlichkeit lässt sich durch persönlichen Kontakt mit Fremden überwinden, wie die geringere Xenophobie in Großstädten zeigt. Schnell stellt sich bei der konkreten Begegnung der bedrohliche Zuwanderer als normaler Mensch heraus, der meist weder besser noch schlechter ist als die Einheimischen“
    Komisch, woher kommen dann die hohen Zustimmungswerte zu Thilo Sarazzin? Selbst in Großstädten? Wo es doch keine Probleme gibt?

    „Die Zahl der Mischehen, so lesen wir, steigt beständig.“
    Ja, aber zwischen Deutschen und Polen, zwischen Deutschen und Rumänen, zwischen Deutschen und Spaniern, zwischen Deutschen und Thailändern.
    Aber nicht zwischen Deutschen und Ausländern aus dem islamischen Kulturkreis (was auch nur unter Aufgabe der Religion der zumeist christlichen Deutschen möglich wäre, so wenig wie Nazis wollen, dass ihresgleichen sich mit „Rassefremden“ mischt, so wenig wollen die Moslems, dass ihrerseits einen Nicht-Moslem heiratet. Nicht die einzige Gemeinsamkeit zwischen Nazis und Moslems.) Mischehen zwischen Deutschen und Türken sind nach wie vor selten.
    Der Zustrom an Asylanten, die ja vor allem aus dem islamischen „Kultur“kreis kommen (lt. Mazyek vom ZDM sind es von 800000 600000 Moslems) wird also nicht zu einer Vermischung führen, sondern lediglich dazu, dass diese moslemischen „Neubürger“ unter sich heiraten oder wie bisher auch schon, ihre Bräute aus ihren Heimatländern importieren, was wir ihnen ja auch noch bezahlen. Von der Seite wird es also keine Vermischung geben.

    „Wir sollten die Zuwanderung – allerdings im Rahmen der praktischen Möglichkeiten – fördern und die Zuwanderer geradewegs in jene Kuhdörfer lenken, wo frische Gene ersichtlich am dringendsten benötigt werden: nach Dresden, nach Meißen, nach Freital, nach Heidenau, nach Tröglitz, nach Schnellroda“
    Interessant, und womit sollen die dann ihren Lebensunterhalt bestreiten und unsere Sozialsysteme retten? Denn wie uns die Asyllobby immer versichert, können doch nur Zuwanderer unsere Sozialsysteme retten und dem deutschen Staat auf der Tasche liegen, sei das letzte, was diese wollen. Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit in den Gegenden, von denen Sie sprechen?

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    • Joshua Meyer

      Jetzt bin ich so gespannt, da muss ich tatsächlich auch mal kommentieren bzw. fragen: Diese Asyllobby, von der ich in letzter Zeit öfter gehört habe, wer ist das denn? Wenn das Gewähren von Asyl Ihrer Meinung nach den Untergang unserer Gesellschaft bedeutet, welche Lobby schöpft dann daraus Gewinn? Wer intrigiert denn da? Meinen Sie, die Regierung wird irgendwie gezwungen?

      Außerdem verstehe ich nicht genau, wovon Sie da jetzt eigentlich reden: von Asyl oder von Zuwanderung?

      Und wenn Sie sich etwas mit dem Zusammenhang zwischen fehlerhafter Bildungs- und Intergrationspolitik und den Zukunftsperspektiven prekärer sozialer Schichten auseinandersetzten, würde Ihnen auch ein Licht aufgehen, warum ausgerechnet Migranten und deren folgende Generationen vermehrt von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

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  7. Peter Wild

    Der Beitrag enthält eine Riehe von richtigen Anmerkungen. Jedoch verkürzt der das Problem auf Rassismus, der dann von einigen Kommentatoren mit Religionszugehörigkeit vermischt wird.

    Interpretiert man Rassismus als eine ausgrenzende Ideologie, mittels derer sich dessen Anhänger als Bestandteil einer Gruppe sehen, die Große, Durchsetzungsvermögen und Vollkommenheit ausstrahlt, dann trifft es den Sachverhalt. Es geht nicht wirklich um verschiedenartige Rassen, nicht einmal um die der Kulturen. Vielmehr handelt es sich in allen Fällen um willkürliche Kriterien, nach denen die Ab- und Ausgrenzung erfolgt. Dann wird auch verständlich, warum ihre entschiedensten Anhänger unter denjenigen zu finden sind, die in dieser Gesellschafft eher zum unteren Rand gehören. Kurz: Je mehr und je deutlicher jemand zu den Verlieren gehört, desto eher will er Anteil an etwas Bedeutsamen sein und flüchtet sich daher in eine entsprechende Ideologie, manchmal sogar in ein Land, das vor rund 70 Jahren nur zu diesem Zecke gegründet wurde und deshalb bis heute besonders radikal mit „dem Anderen“ umgeht.

    Das findet man selbstverständlich überall in Deutschland und natürlich auch in allen anderen Ländern. Und man findet das selbstverständlich nicht nur bei Inländern, sondern auch bei Ausländern, gerade wenn sie alles außer ihr Leben verloren haben. Deshalb sind Türken in Deutschland so oft türkischer als ihre Landleute in der Türkei und deshalb sind Moslems hier oftmals besonders fromm, heiraten weitgehend unter sich und das obwohl der Islam die Ehe mit einer Christin nicht verbietet, ja nicht einmal an irgendwelche Auflagen knüpft. Und deshalb kommt es auch in Aufnahmeheimen zu Auseinandersetzungen. Die Benachteiligten in aller Welt dicht an dicht rücken zu lassen, löst also das Problem nicht. Bestenfalls wird es durch eine andere ausgrenzende Ideologie ersetzt.

    Je mehr und je deutlicher es Verlieren gibt, heißt nicht anderes, als das Arm und Reich immer weiter auseinander driften. Seit der SPD-Grüne Agenda2010 gibt es den sozialstabilisierenden Ausgelich nicht mehr. Davon ist der Osten besonders betroffen. Doch die Armut nimmt überall in Deutschland zu. Wenn schon die Verlierer nicht in der Lage sind, die richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen, dann sollte es eigentlich die Politik. Sozialer Ausgleich führt deutlich zur Entspannung. Doch danach sieht es zur Zeit nicht aus. Wir werden deshalb wohl noch mehr von dem sehen und hören, was hier von allen lauthals beklagt wird. Und die den gleichen Ursachen entsprungenen Empfehlungen der sich besonders links dünkenden, einfach gegen zu hassen, auch.

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    • Michael Bittner

      Rassismus ist tatsächlich nur eine von vielen Formen der Exklusion. Die soziale Exklusion in unserer Gesellschaft betrifft die ärmeren Migranten ebenso wie die ärmeren Einheimischen. Leider verhindern oft gerade rassistische Vorurteile (die sich oft als Religionskritik tarnen), dass beide Schichten ihre gemeinsamen Interessen erkennen und sich solidarisch verhalten. Jene, die einen Verteilungskampf um Arbeitsplätze, Wohnungen, Frauen etc. zwischen Einheimischen und Migranten fürchten, unterliegen aber einem Denkfehler: Sie betrachten das Vermögen einer Gesellschaft als statische Summe, die nur verschieden verteilt werden kann. Was man dem einen nimmt, bekommt der andere. Eine Gesellschaft ist aber dynamisch, sie kann sich verändern und wachsen, gerade durch die Leistungen von Einwanderern. Wie kommt es sonst, dass Städte mit einem sehr hohen Ausländeranteil wie München, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart etc. die wirtschaftlich stärksten Regionen sind, während der fast ausländerfreie Osten ökonomisch am schwächsten ist? Natürlich heißt das nicht, dass man sofort problemlos Millionen Einwanderer in den Osten schicken könnte, aber eine stetige Zuwanderung könnte ihn doch kulturell und wirtschaftlich beleben.

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  8. H.Steiner

    Letztere Frage kann ich ihnen beantworten. Der Osten wird nach der Wende vom Rauptierkapitalismus der alten Länder als Niedriglohngebiet mißbraucht. z.B. BMW oder Porsche in Leipzig. Solange wie es keine Lohngleichheit gibt wird das auch so bleiben.

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  9. Peter Wild

    Sicher kann eine Gesellschaft sich verändern und wachsen, und das auch und gerade durch die Leistungen von Einwanderern. Doch ob, wann und wie das geschieht, ist weitgehend ungewiss, vor allem aber braucht es Zeit. Genau darin liegt ein erhebliches Problem.

    Wer finanziell abgesichert, kann vielleicht ein wenig genutztes Zimmer seiner Wohnung einem Bedürftigen überlassen, sogar darüber hinaus unterstützend wirksam werden und in Ruhe abwarten, ob sich dessen Lage bessert und er eines Tages einen Teil der Kosten mittragen wird. Ganz anders sieht die Lage aus, wenn jemand selbst am Existenzminimum leben. Das Zimmer kann nun nur an jemanden gehen, der die Kosten von Beginn an mittragen kann. Ist ein solcher nicht zu finden, bleibt es ein wenig genutzter Zusatzraum. Das ist in etwa das Grundmuster, dass dem Problem zugrunde liegt.

    Das muss dabei nicht unbedingt bewusst werden. Instinktiv greifen die Leute zu Erklärungsmustern, die zu diesem Ergebnis führen, ohne die Gründe zu benennen, ja sie sogar verschleiern. Dem liegt das Bedürfnis zugrunde, sich selbst trotz der prekären Lage Bedeutung zukommen zu lassen. Da heißt es dann, in meiner Wohnung ist kein Platz, obwohl es da diesen Raum gibt, sie stören von ihrer Lebensart her, Rasse, Religion oder sonst irgend etwas muss herhalten. Dabei wissen sie von all dem nichts und interessieren sich auch nicht dafür.

    Schnell und wirksam wäre die Rückabwicklung der Agenda 2010. Da das aber, wie bis vor kurzem beim Mindestlohn, nicht gewollt ist, erscheint das Problem als kompliziert, undurchsichtig, ja letztlich unlösbar. Zur Erklärung wird einfach nur Hass, naturgegebene Bösartigkeit, gottgegebene Intoleranz oder ähnliches vermutet. Da ist dann von Hell- und Dunkeldeutschland, von Mob oder Pack die Rede, wird schlicht zum Gegenhass aufgerufen – und gelöst wird auch damit natürlich keines der Probleme. Ganz im Gegenteil: Es spaltet die Gesellschaft und hetzten ihre Teile gegeneinander auf. Dabei sprechen die Fakten für sich:
    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/5758/umfrage/verfuegbares-nettoeinkommen-nach-bundeslaendern/

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    • Michael Bittner

      Eine Art naturgegebenen Rassismus anzunehmen, das ist selbst rassistisch. Da haben Sie völlig recht. Ich will auch nicht den Einfluss sozialer Faktoren auf die Fremdenfeindlichkeit leugnen. Armut verschärft ohne Zweifel Verteilungsdebatten. Allerdings gebe ich zu bedenken: Rechtsradikale und fremdenfeindliche Parteien florieren gerade in Ländern, die – wie etwa die Schweiz (SVP) oder Dänemark (Volkspartei) oder Schweden (Schwedendemokraten) – nur ein sehr geringes Armutsproblem haben. Und die Wähler solcher Parteien kommen traditionell eher aus dem Mittelstand. Die Erklärung: Sozialabbau verursacht Fremdenfeindlichkeit, die scheint mir also nicht falsch, aber unvollständig. Entwickelte sich eine Neonazi-Szene nicht schon in der späten DDR, als an Hartz 4 noch gar nicht zu denken war?

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  10. Daniel

    „heiraten weitgehend unter sich und das obwohl der Islam die Ehe mit einer Christin nicht verbietet, ja nicht einmal an irgendwelche Auflagen knüpft.“

    Diese mangelnde Emanzipatorische Entwicklung des Islams würden sie beim Christentum aber sicher als „rückständig, engstirnig usw.“ schelten, gell? Aber beim Islam ist’s ok.

    “ Jene, die einen Verteilungskampf um Arbeitsplätze, Wohnungen, Frauen etc. zwischen Einheimischen und Migranten fürchten, unterliegen aber einem Denkfehler: Sie betrachten das Vermögen einer Gesellschaft als statische Summe, die nur verschieden verteilt werden kann. Was man dem einen nimmt, bekommt der andere. Eine Gesellschaft ist aber dynamisch, sie kann sich verändern und wachsen, gerade durch die Leistungen von Einwanderern.“

    Herr Bittner, nehmen Sie doch mal die Fakten zur Kentniss: Die H4- Quote liegt bei Türken bei 25%, bei Syrern bei 41%, bei Irakern, Libanesen, Iranern noch höher. Welche „Leistungen“ haben diese Einwanderer gebracht. Und ich meine jetzt nicht Döner- und Fallafelläden, sondern ganz rational ihren Beitrag zu einem fiskalisch gesunden Staat. Es gibt diese Leistungen – im ganzen betrachtet, natürlich gibt es positive Ausnahmen – nicht. Und wenn eben ein so großer Prozentsatz von EInwanderern/Migrationshintergründlern keine Steuern zahlt, sondern nur nimmt, dann wird das langfristig eben zu Kürzungen im Sozialbereich führen. Oder war es jemals anders? Wollen Sie den Zusammenhang von hohen H4- Quoten und Finanzierbarkeit des Sozialsystems bestreiten? Bei aller ideologischen Verblendung werden selbst Sie das nicht können. Ob eine Gesellschaft wächst muss nicht per se positiv sein. Es kommt darauf an, ob diejenigen, die die Gesellschaft wachsen lassen, zum Steueraufkommen beitragen oder zu einem großen Teil Sozialleistungen konsumieren. Und ein Blick auf die Statistiken der BA verrät, das unter den Top 10 der H4- Quoten nach Nationen 9 oder 8 islamische Länder sind.

    „Wie kommt es sonst, dass Städte mit einem sehr hohen Ausländeranteil wie München, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart etc. die wirtschaftlich stärksten Regionen sind, während der fast ausländerfreie Osten ökonomisch am schwächsten ist?“

    Lol, was haben Sie studiert?
    Es liegt daran, dass der Osten Deutschlands 45 Jahre Kommunismus zu schultern hatte. Das komplette westdeutsche Wirtschaftswunder, mit dem Entstehen eines breiten relativ wohlhabenden Mittelstandes und weltweit tätiger Großkonzerne fehlt dem Osten völlig. Deshalb sind die Ersparnisse und Erbschaften von Ostdeutschen ja auch deutlich niedriger als die von Westdeutschen – weil sie eben viel weniger Zeit und Gelegenheit hatten, Kapital anzusparen. Aber sicher nicht, weil es in Ostdeutschland weniger Ausländer gibt.

    Die Ostdeutschen wollen aber nun mal keine Parallelgesellschaften wie im Ruhrgebiet oder Berlin. Das ist zu akzeptieren. Der VOrfall in Suhl zeigt doch, dass das Motiv der Flucht vor dem IS bei einigen Flüchtlingen zu hinterfragen ist. Oder halten sie das Zusammenleben mit Leuten, die jemanden lynchen wollen, weil er ein paar Koranseiten rausreisst, für möglich? Möchten Sie so jemanden in der Nachbarschaft haben?

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    • Michael Bittner

      Danke für Ihren ökonomisch höchst qualifizierten Einwand! Dann war offenbar das Ruhrgebiet, dem es ja genauso schlecht wie dem Osten geht, auch unter kommunistischer Herrschaft? Der Nobelpreis für Ökonomie ist Ihnen sicher!

      Und die größere Armut der türkischstämmigen Bevölkerung liegt natürlich am Islam, dem bösen Islam, dem superbösen Islam, an dem ja alles liegt. Und nicht etwa daran, dass die türkischen Gastarbeiter meist gering qualifiziert waren und durch die Deindustrialisierung besonders stark getroffen wurden. Dass Dönerverkäufer in Ihren Augen offenbar wertlose Existenzen sind, verbindet Sie mit den Kollegen vom NSU.

      Sortieren Sie nur weiter Menschen nach ökonomischer Brauchbarkeit in lebenswertes und unwertes Leben – aber tun Sie es bitte woanders.

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  11. Daniel

    Was kommen Sie mir hier mit ökonomischer Brauchbarkeit? Die Pro- Asyl- Lobby behauptet doch permanent, nur Flüchtlinge könnten unser Sozialsystem retten. Nun wirft man einfach einen Blick auf die Arbeitslosenquoten und schon kann man diese Hoffnung in den Wind schiessen. Gefällt ihnen nicht? Blöd, wenn das linke Weltbild von Fakten gestört wird, gell?

    Das Ruhrgebiet wurde stark von der Deindustrialisierung dezimiert, das ist richtig. Aber – ok, sie haben vermutlich irgendein Laberfach studiert, daher können Sie das nicht wissen – es gab dort in den 45 Jahren von 1990 eben mal eine florierende Industrie, der Einbruch kam wesentlich später, daher konnten die Leute dort zumindest mehr Ersparnisse bilden als die Ossis in der DDR.
    München, Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf sind wegen ihrer Großkonzerne, des Mittelstandes wirtschaftlich erfolgreich, aber doch nicht wegen der Türken und Araber! Sie meinen wohl auch, dass die Türken Deutschland aufgebaut haben, was?

    Es lebt mittlerweile die dritte Generation Türken bzw. Türkischstämmige in Deutschland. Die Bildungserfolge sind trotz Pamperung überschaubar, warum? Vietnamesen und Thailänder sind schulisch wesentlich erfolgreicher, obwohl die meisten wesentlich kürzer in Deutschland leben. Woran liegt es? Bei den Arabern sieht es ähnlich mau aus. Keine Lust auf Ursachenforschung?
    Meinen Sie nicht, dass die religiösen Vorschriften des Islams (SChweinefleisch, Alkohol, Frauen in der Öffentlichkeit) zumindest zu einem Teil für die hohe Arbeitslosenquote unter Moslems verantwortlich ist?

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    • Michael Bittner

      Natürlich: Weil Moslems kein Schweinefleisch essen dürfen, sind so viele von ihnen arbeitslos. Wie ja auch in der Türkei, die seit 20 Jahren einen Wirtschaftsboom erlebt. Völlig einleuchtend.

      Sie haben doch nun das bisschen Aufmerksamkeit bekommen, um das Sie gebettelt haben. Wären Sie nun bitte so freundlich, meine Seite wieder zu verlassen? Oder haben Sie keine Freunde? Sind Sie so eine Art Stalker?

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  12. Daniel

    Sehr geehrter Herr Bittner,

    In Deutschland leben – noch 🙂 – hauptsächlich Nichtmuslime. Davon isst der überwiegende Teil Schweinefleisch. Ebenso wie der überwiegende Teil Alkohol trinkt. Wenn nun also in der Gaststätte „zum glücklichen Schweinsbraten“ eine Stelle als Koch offen ist, dann wird ein Muslim, der seine Religion auch praktiziert, in dieser Gaststätte nicht als Koch arbeiten. Ebenso verhält es sich mit der Stelle als Kellner – er wird sie nicht annehmen, weil einem gläubigen Muslim das Trinken UND der Umgang mit Alkohol (Servieren etc.) verboten ist.

    In der Türkei – aber das wissen Sie sicherlich – leben zu 99% Muslime, es gibt dort also so gut wie kein SChweinefleisch. Was glauben Sie, warum es in Alaska kaum Klimaanlagen gibt? Na?

    Ich bettle übrigens nicht um Aufmerksamkeit, ich hinterfrage nur ihre Positionen. Nicht tolerant genug dafür?

    Antworten
    • Michael Bittner

      Entschuldigen Sie, wenn ich allzu abweisend klang. Ich mag auch Diskussionen, gerne auch mit andersdenkenden Menschen. Aber es sollten Menschen sein, die selbst denken. Es ist einfach unglaublich ermüdend, zum tausendsten Mal dieselben ewig wiedergekäuten Sarrazin-Phrasen zu hören.

      Sie haben also nun mühevoll einen Fall konstruiert, in dem „der Islam“ Menschen davon abhalten könnte, einen bestimmten Beruf auszuüben. Den Schweinehirten und den Gelatinerührer haben Sie noch vergessen. Darf ich Sie daran erinnern, dass Schweinefleischkoch nicht der einzige Berufszweig ist, der existiert? Waren Sie eigentlich schon einmal in der Türkei? Oder in Berlin-Kreuzberg? Offenbar nicht, denn sonst hätten Sie festgestellt, dass es jede Menge Muslime gibt, die kein Problem damit haben, Alkohol zu verkaufen oder gar zu saufen, was ich sehr erfreulich finde. Sie werfen mir vor, „ideologisch“ verblendet zu sein, merken aber selbst nicht, wie Ihnen die Ideologie „böser Islam = schuld an allem Übel“ die Sicht auf die Realität verzerrt. Merken Sie nicht, dass Sie ganz genauso vorgehen wie die islamistischen Fanatiker, wenn Sie einen ganzen Teil der Menschheit pauschal zum Feind erklären? Sind nicht vielleicht die meisten Muslime einfach normale Menschen? Vielleicht denken Sie mal einen Augenblick darüber nach, ob ich nicht auch wenigstens ein ganz, ganz kleines bisschen recht haben könnte.

      Antworten
  13. Daniel

    Hallo Herr Bittner,
    danke für ihre Antwort.

    Sarrazin hat imho nie dieses keineswegs mühevolle Beispiel gebraucht. Da beanspruche ich das Copyright. So an den Haaren herangezogen ist das Beispiel doch gar nicht. Wenn wie von ihnen befürwortet, eine bedeutender Teil der Flüchtlinge in den Osten gehen soll, sollen die dort ja auch arbeiten, oder?
    Das Problem, das es in Ostdeutschland viele Gegenden mit einer Arbeitslosequote über 10% gibt, lassen wir einmal ausser Acht. In Ostdeutschland werden diese Flüchtlinge dann in einer Umgebung leben, in der es keine muslimische Community gibt wie bspw. in Neukölln oder Marxloh. Der Dienstleistungssektor, Teil dessen ja Restaurants sind, besteht also fast ausschließlich aus Lokalitäten in denen Schweinefleisch und Alkohol verzehrt werden.
    In der Türkei war ich schon mal (ist allerdings schon 15 Jahre her, seitdem ist sie ja dank Erdogan deutlich „islamischer“ geworden. Erdogans Regierung schränkt übrigens den Alkoholverkauf immer mehr ein.) In Neukölln war ich noch nie.
    Die Muslime, die Alkohol verkaufen – ja das gibt’s – werden von Muslimen, die den Koran wortgetreu auslegen, oftmals verächtlich als „Kulturmuslime“ bezeichnet.
    Die meisten Muslime trinken keinen Alkohol und kein Schweinefleisch, was völlig in Ordnung ist, aber dann ein Problem wird, wenn Sie ihre koranischen Gebote auch für nicht- Muslime verbindend machen möchten (Stichwort Schweinefleisch in den Kantinen). Auch der islamische Klerus betont durchweg das Verbot von Schweinefleisch und Alkohol, evtl. ausgenommen die Aleviten.

    Natürlich ist nicht jeder Muslim böse und gewaltbereit, aber die Fakten sprechen nun mal eine eindeutige Sprache. Man doch in Berlin nur Überschriften wie „in Freibad XYZ kam es zu Ausschreitungen….“ um zu wissen, von wem diese ausgingen. Arbeitslosenquote und Bildungserfolg habe ich ja schon erwähnt.

    Und wenn dann ein Muslim seine Tochter vom Sportunterricht oder Klassenfahrten abmeldet, wird das geduldet, obwohl es nicht geduldet werden dürfte. Wer in dieses Land kommt bzw. kam (oftmals als Flüchtling) und vom deutschen Steuerzahler Unterkunft, Lebensunterhalt und Gesundheitsversorgung bekommen hat, kann sich dann nicht einfach die Kirschen herauspicken. Love it or Leave it, wie man so schön sagt.

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    • Michael Bittner

      Na, das ist doch schön, dass wir zumindest eine gemeinsame Basis gefunden haben: Nicht alle Muslime sind böse. Kommen Sie übrigens ruhig mal nach Neukölln: Es gibt auf der Welt keinen Ort, wo man leichter Bier kaufen kann.

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  14. gastkommentaro

    ich werde in meinem text die begriffe homogen und heterogen verwenden. mir ist klar, dass es keine homogenen gesellschaften gibt. ich verstehe, warum sie diese begriffe verwenden, aber es geht ihnen nicht um die gleichheit sondern um die ähnlichkeit. (einschub: eine wirklich homogene gesellschaft ist nicht kompromissfähig, weil keine unterschiedlichen meinungen entstehen. eine wirklich heterogene gesellschaft ist nicht kompromissfähig, weil sie sich nicht einigt.)
    – worthülsen wie „Transformationsprozess von der homogenen zur heterogenen Gesellschaft“ lese und höre ich in letzter zeit häufig. wahrscheinlich bedeuten sie ungefähr:“umwandlung von der gleichförmigen zur vielfältigen gesellschaft“. ja, das klingt gut, denn eine homogene gesellschaft ist nur bedingt anpassungsfähig und somit langfristig nur bedingt mehrwertfähig. um es beispielhaft zu sagen:“in einer homogenen gesellschaft wird das gesundheitssystem langfristig unproduktiver sein, weil niemand das neue medikament erfindet, da keiner den erfinder bezahlen kann, welcher auch gar nicht erst geboren wird“. den umkehrschluß, dass es auch einen maximalwert der heterogenität geben muss, habe ich ich lange zeit nicht bedacht. als ich diesen zusammenhang erkannte, dachte ich lange zeit über das günstigste verhältnis zwischen diesen beiden polen nach und konnte keine verwertbaren rückschlüsse ziehen.
    ein weiterer widerspruch ergab sich aus der beobachtung, das eine gelungene integration in eine gruppe immer eine assimilation ist (natürlich wird der assimilierte auch die aufnahmegruppe verändern). diese integration ist eine homogenisierung. das nächste dilemma war für mich die existenz von sogenannten parallelgesellschaften. das soll die wunderbare heterogene gesellschaft sein? bestimmte gruppen schotten sich ab (oder werden abgeschottet) und bilden relativ stabile populationsgemeinschaften. das ist doch keine heterogene gesellschaft. das ist genau das gegenteil. das ist das entstehen von zwei oder mehreren homogenen gesellschaften.

    -„Die Abschaffung des Rassismus gelingt am sichersten durch die Völkermischung“
    wenn eine assimilation stattfindet und somit die bildung einer heterogenen gesellschaft verhindert wird, dann kann das rassismus verhindern. da mensch aber in der lage ist gruppenbezogene menschenfeindlichkeit auch auf nicht-phänotypische eigenschaften auszuweiten („die kapitalisten“, „die schmarotzer“ usw), steht die völkervermischung nicht mit einem theoretischen rassismusende in verbindung.

    -„Diese ungemein wirkungsvolle Wahnidee sitzt als unbewusste Angst auch in Menschen, die sich selbst nie als Rassisten bezeichnen würden“
    sie konstruieren einen archetypischen ideal-rassisten in grauer vorzeit, um bestimmte strömungen in unserer heutigen gesellschaft zu erklären. mich erinnert das an den lobo´schen latenznazi. glauben sie wirklich an diese these? für mich ist das die herauslösung eines einzelaspekts um mit dessen hilfe das gesamtphänomen zu erklären – eine unzulässige verengung um ihre „rassimusproblem“-these zu stützen.

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    • Michael Bittner

      „Homogen“ und „heterogen“ bedeuten dem Wortsinne nach: von gleicher bzw. von unterschiedlicher Herkunft. In Deutschland leben immer mehr Menschen von verschiedener Herkunft. Was also an diesem Transformationsprozess „Worthülse“ sein soll, weiß ich nicht. Dass Einwanderer eine Gesellschaft verändern, aber sich noch stärker selbst verändern, ist sicher wahr.

      Ich mag auch keine abgeschotteten Parallelgesellschaften, weder sächsische noch türkische.

      Rassismus ist Menschenfeindlichkeit, die sich auf Aussehen und Abstammung bezieht. Dass es noch andere Arten von Menschenfeindlichkeit gibt, ist klar.

      Ich konstruiere keinen Idealrassisten, sondern stelle nur fest, dass es Menschen mit unbewussten Vorurteilen gegen Menschen fremder Herkunft gibt. Wahrscheinlich trifft das sogar auf uns alle zu. Solche Menschen sind keine Nazis, auch keine Latenznazis. Der Nationalsozialismus ist eine spezifische Ideologie, die niemand latent in sich tragen kann. Allerdings können Vorurteile sich zu bewussten politischen Überzeugungen entwickeln.

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  15. gastkommentaro

    zitat: „Was also an diesem Transformationsprozess „Worthülse“ sein soll, weiß ich nicht.“
    – sie sind in der lage in die „heterogene gesellschaft“ den begriff „herkunft“
    mit ein-zu-denken. ich denke mir worte wie „kollektiv“ oder „kultur“ dazu. man könnte sich alle möglichen worte dazu denken.
    – aber ich verstehe jetzt ihren text jetzt besser. da es in deutschland keine homogenen gesellschaften gibt, kann es auch keinen transformationprozess von der homogenen zur heterogenen gesellschaft geben (oder wollen sie ein fiktives dorf, welches nur aus familienmitgliedern besteht, als gesellschaft bezeichnen?)
    zitat:“Rassismus ist Menschenfeindlichkeit, die sich auf Aussehen und Abstammung bezieht.“
    – ich habe angenommen, sie bevorzugen einen moderneren und erweiterten rassismusbegriff
    – aber ich verstehe ihren text jetzt besser. einem rassisten ist die transformation zu einer heterogenen gesellschaft völlig egal. solange die ankommenden das richtige aussehen und die richtige abstammung haben, ist die herkunft der ankommenden egal.
    zitat:“Ich konstruiere keinen Idealrassisten, sondern stelle nur fest, dass es Menschen mit unbewussten Vorurteilen gegen Menschen fremder Herkunft gibt.“
    – sie erklären in ihrem text, was rassismus ist. danach bezeichnen sie den rassismus als wahn. dann stellen sie fest, dass menschen von diesem wahn befallen sein können ohne es zu bemerken. mehr noch, dieser wahn manifestiert sich bei diesen personen als unbewußte angst (sie unterscheiden zwischen den bewußten- und den unbewußten rassisten). als nächstes erklären sie den alptraum der bewußten(?) rassisten. nun geht es um die furcht der provinzbevölkerung ( ist diese furcht mit der unbewußten angst gleich zu setzten? sind diese provinzbewohner demnach diese unbewußten rassisten?) wo ist der zusammenhang zwischen dem bewußten rassismus und einer unbewußten angst? diesen gedankensprung kann ich absolut nicht nach vollziehen.

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    • Michael Bittner

      Werter Gastkommentaro! Mich beschleicht wieder einmal das Gefühl, dass Sie nicht um der Sache willen diskutieren, sondern aus Lust am Widersprechen Ihr Möglichstes versuchen, jeden meiner Sätze absichtlich misszuverstehen. Ich kann mich nicht mehr deutlicher ausdrücken, als ich dies schon getan habe. Wir müssen unseren Verständigungsversuch an dieser Stelle also abbrechen.

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  16. gastkommentaro

    wieder einmal beschleicht mich das gefühl, dass ich ihre texte tatsächlich falsch verstehe. so wie sie jetzt auf meine antwort reagieren, glaube ich ihnen geht es ähnlich. wir schreiben in einer sprache, sie bemühen sich einen verständlichen text zu schreiben, sie bemühen sich ordentliche antworten zu schreiben (was ich sehr schätze). ich bemühe mich auch.

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    • Michael Bittner

      Nein, das ist nicht ganz richtig. „Rassenchaos“ ist schon eine bewusste, ideologische Kategorie. Die Angst vor Dunkelhäutigen ist noch der naiven, vorbewussten Angst vor dem Fremden zuzuordnen.

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      • gastkommentaro

        dieser erklärung würde ich als eine möglichkeit anerkennen.
        aber dann habe ich folgendes problem:
        das letzte gefecht der rassisten wird (nach ihrem text) nicht von rassisten geführt und hat auch nichts mit rassismus zu tun.

        in ihrer antwort:“Ich konstruiere keinen Idealrassisten, sondern stelle nur fest, dass es Menschen mit unbewussten Vorurteilen gegen Menschen fremder Herkunft gibt“ erklären sie das sogar indirekt.

        warum wollen sie zwischen unbewußten ängsten und rassismus einen zuzammenhang herstellen?

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        • Michael Bittner

          Ich habe keinen Schimmer, was Sie eigentlich von mir wollen, aber ich versuche es ein letztes Mal. Selbstverständlich sind es Rassisten, die den militanten Kampf gegen Zuwanderer und Flüchtlinge führen. Oder sind Sie der Meinung, Nazi-Schläger und Brandstifter wären keine Rassisten? Daneben gibt es Teile der Bevölkerung, die zwar nicht gewalttätig sind, aber xenophob eingestellt. Den Zusammenhang zwischen beiden Gruppen stelle nicht ich her, er ist offenkundig da: Ein junger Mann wächst in der ostdeutschen Provinz auf und empfindet Unbehagen, wenn er Menschen auf der Straße begegnet, die ersichtlich ausländischer Herkunft sind. Abends in der Kneipe trifft er einen Agitator von den Jungen Nationaldemokraten, der ihm erklärt: „Deine naive Abneigung, deine Vorurteile sind völlig berechtigt! Ausländer gehören nämlich zu minderwertigen Rassen und wollen das Deutschtum auslöschen!“ Und schwupps ist aus unbewusster Furcht bewusster Rassismus geworden. Das ist seit 1989 im Osten hunderttausendfach so passiert. Was ist daran so schwer zu kapieren?

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          • gastkommentaro

            nachdem ich ihren text das erste mal gelesen hatte, dachte ich an polemik. deshalb habe ich angenommen, sie hätten einen rassismusstrohmann aufgebaut. da ich mir nicht sicher wahr, fragte ich sie, ob sie wirklich an diese these glauben. also habe ich nach einer nicht hinterfragten grundannahme gesucht, auf die sie ihre „logikkette“ aufbauen. diese grundannahme habe ich, meiner meinung nach, jetzt gefunden. Ihre grundannahme ist folgende: (unbewußte angst vor dem fremden)+(rassistische agitation) = (Rassismus);
            natürlich ist es mir unmöglich diese behauptung zu widerlegen, aber ich kann ihnen eine vernünftigere monokausale erklärung anbieten (auch wenn diese erklärung nicht meiner meinung entspricht):
            (unbewußte angst vor der ungleichheit)+(verstärkende menschenfeindliche agitation) = (gruppenbezogene menschenfeindlichkeit)
            ein junger mann begegnet anders aussehenden und empfindet unterbewußt die angst vor der ungleichheit (denn die ungleichen könnten durchaus unerreichbar toller sein als er). diese angst löst einen sogenannten minderwertigkeitskomplex aus und um diesen abzubauen bzw aufzulösen erliegt er der agitation, welche sein ich positiv aufwertet. diese erklärung wäre wunderbar mit den frühkindlichen verhaltensmustern von menschen in einklang zu bringen und hätte den vorteil sämtliche extremistische strömungen zu erklären (man bräuchte nicht ständig neue ängste erfinden);
            worum geht es mir? ihnen ihre nahezu willkürliche setzung verdeutlichen;
            oder anders: ist da vielleicht ein bischen unbewußte angst vor der ungleichheit in ihnen?
            was ich wirklich glaube: sie können sich nicht vorstellen, daß es objektive gründe gegen eine völkervermischung gibt und psychologisieren deshalb anhänger ähnlicher thesen. das ist auch clever, denn was soll man schon gegen eine unterbewußte angst vorbringen? „Hab ich nicht“?, „ich bin kein nazi, aber…“?

            nochmals bezug nehmend auf ihren text: sie haben gesehen wie hunderttausende zu rassisten wurden. wie haben sie die unbewußte angst erkannt? hatten diese rassisten so einen speziellen blick?

          • Michael Bittner

            Die naive, nur halb bewusste Angst vor dem Fremden muss ich nicht anderen ansehen oder gar unterstellen, sondern die habe ich selbst, so wie vermutlich alle Menschen. Es kommt eben darauf an, mit solchen Ängsten vernünftig umzugehen, um sie zu beherrschen.

            Gibt es denn „objektive Gründe gegen eine Völkervermischung“? Da wäre ich ja mal gespannt, die zu hören.

  17. gastkommentaro

    1:nein, sie haben diese angst nicht. sie haben Minderwertigkeitskomplexe, welche sie erkennen, sobald sie „das fremde“ wahrnehmen. ihre unterbewußte angst, ist die angst vor der Ungleichheit. (ihre fremdenangst ist nur eine manifestierte Vorstellung eines inneren zustandes, also ein sprachliches Konstrukt, eine Interpretation der eigenen Wirklichkeit)
    2: schließen sie von ihrem inneren Seelenzustand auf die Allgemeinheit
    3: haben wir noch nicht festgestellt, ob „solche“ Ängste wirklich verantwortlich sind und ob es hilfreich ist, komplexe Sachverhalte wie den „Rassismus“ mithilfe von unbewußten und somit nicht belegbaren Behauptungen zu begründen bzw abzuleiten

    wenn sie mir ihre Definition für Volk geben, kann ich ihnen objektive gründe nennen.

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  18. gastkommentaro

    wie bitte?
    in deutschland brennen häuser, 150000 gehen in berlin gegen ttip auf die straße, sie schreiben artikel über gemeinsamkeiten zwischen pegida und der nsdap.
    wissen sie, was mir mein opa (geb.1924, kpd-elternhaus, dresdner) anfang des jahres erzählte? regelrecht ängstlich und verstört erzählte er mir von den pegidaaufmärschen und das ihn das alles an 1932 erinnere. was werde ich ihm in einem halben jahr sagen können, um ihn wieder zu beruhigen?

    spüren sie es nicht? die mitte treibt an die ränder. die menschen polarisieren.

    ich weiß jetzt, dass sie ihre texte mit edlen absichten verfassen. ich kann ihnen vertrauen. fehlt es daran?

    ich bin gegen rassismus, gegen gewalt, gegen faschismus. ich finde die freiheitlich demokratische grundordnung wunderbar. reicht das?

    ich möchte ihnen aufzeigen, warum ihre texte die polarisierung vorantreiben und wenn ich sie ein klein wenig sensibilisieren könnte, wäre ich zufrieden.

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  19. Julius Frankenstein

    Sehr geehrter Herr Bittner,

    ich habe Ihre Artikel aufmerksam gelesen. Ich bin nicht Ihrer Meinung, hoffe aber, dass Sie recht behalten. Falls Sie in 30 Jahren gezwungen werden, fünfmal am Tag zu beten, dann sagen Sie nicht, es hätte Sie niemand gewarnt.
    Sie und Ihresgleichen tragen die Verantwortung für jede vergewaltigte Frau, für jeden Übergriff von Scheinmigranten. Sie wollten das so. Bezahlen Sie auch dafür!

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