Heulen, bis die Augen brennen

Es regnet Bindfäden an diesem kühlen Herbsttag im badischen Weinheim. Trotzdem haben sich einige Hundert Zuschauer auf den Rängen des Sepp-Herberger-Stadions eingefunden, um die 1. „Jammeriade“ zu erleben. Applaus bleibt aus, als Jürgen Schlömer, der Vorsitzende des „Zentralverbandes Deutscher Berufsopfer“, zur Eröffnungsansprache ans Mikrofon tritt. Über Lautsprecher waren alle Gäste vorab gebeten worden, auf jedes Klatschen zu verzichten, da dies Menschen mit Knalltrauma schwer irritieren könne.

„Liebe Menschen!“, beginnt Schlömer. „In unserer Gesellschaft sind es die Erfolgreichen und die Glücklichen, die immerzu im Mittelpunkt stehen. Mit unserer Jammeriade, den Paraolympischen Spielen für die von der Gesellschaft Behinderten, wollen wir die Opfer in unserem Land endlich sichtbarer machen. Aber das ist nicht alles: Wir wollen im sportlichen Wettbewerb auch herausfinden, wer das größte Opfer von allen ist, damit endlich klar wird, auf welche Seite mensch sich schlagen muss, um definitiv zu den Tadellosen zu gehören.“

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