„Rasse“ als Naturerbe. Die völkische Ökologie des ehemaligen DDR-Oppositionellen Michael Beleites

Als bei der rechten Protestbewegung „Pegida“ in Dresden der Ruf „Wir sind das Volk!“ erschallte, bekundete dies auch den Anspruch der neuen Montagsdemonstranten, in der Nachfolge der oppositionellen Bürgerbewegung der DDR zu stehen. Inzwischen übernimmt die Partei „Alternative für Deutschland“ mit Plakatsprüchen wie „Vollende die Wende!“ diese Rolle. Auf nicht wenige ostdeutsche Wählerinnen und Wähler der AfD wirkt diese Inszenierung überzeugend, obwohl unter ihnen in groteskem Kontrast dazu auch die DDR-Ostalgie blüht.

Gäbe es nicht einige frühere SED-Kritiker und Akteure der DDR-Opposition, die inzwischen in die ideologische Nähe der AfD geraten sind, wäre dieser politische Erfolg der Neuen Rechten kaum möglich. Gelegentlich fällt im Rückblick nun ein Verdacht auf die ganze Bürgerbewegung, gewiss zu Unrecht. Dass Menschen, die zu Zeiten der DDR drangsaliert oder gar inhaftiert worden sind, eine Abneigung gegen alles, was wirklich oder vermeintlich sozialistisch ist, entwickelt haben, ist psychologisch verständlich. Merkwürdiger ist, dass einige von ihnen auch mit der westlichen, liberalen Demokratie fremdeln, für die sie 1989/90 selbst auf die Straße gegangen sind. Fast zwanghaft ergehen sie sich nun in Gleichsetzungen von DDR und BRD.

Einen Ansatz zur Erklärung bietet die Beobachtung, dass schon in der Opposition der achtziger Jahre viele sich weder mit der DDR noch mit der BRD identifizieren mochten und stattdessen von einem „Dritten Weg“ zwischen Sozialismus und Kapitalismus träumten. Während inzwischen wohl die meisten ehemaligen Oppositionellen in der „sozialen Marktwirtschaft“ diesen dritten Weg sehen, einige andere noch immer für einen „demokratischen Sozialismus“ kämpfen, gibt es eine dritte Gruppe, die den Lockrufen des Nationalismus erliegt. Dieser hatte – besonders in seinen Radikalformen Faschismus und Nationalsozialismus – ja ebenfalls immer behauptet, er sei der gesuchte dritte Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Ein aufschlussreiches Beispiel bietet der Landwirt und ökologische Publizist Michael Beleites.

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