Wurzeln des Bösen

Als ich jüngst einmal spazieren ging, tobte eine Horde kleiner Kinder an mir vorüber. Zufällig hörte ich, wie sie darüber diskutierten, was man als Nächstes spielen sollte: „Los, einer von uns ist jetzt ein Bettler! Und die anderen rauben ihn aus!“ – „Ja! Und danne – danne ist einer ein Lieber, der muss die Bösen verfolgen und bestrafen!“ Ich schmunzelte über die Einfalt der Kleinen – aber nur, bis mir auffiel, dass die Willkür der Kinder bei der Verteilung der Rollen von Gut und Böse doch ziemlich wirklichkeitsgetreu ist, vernünftiger jedenfalls als der Glaube des Spießbürgers, der angeborene Charakter eines Menschen entscheide über seinen Lebenslauf.

WEITERLESEN BEI DER SÄCHSISCHEN ZEITUNG

2

Kommentare
  1. Frans Bonhomme

    Ach Gottchen, wieder ein ganzer Kübel linke Sozialromantik. Aber Hauptsache, die 75-jährige Armutsrenterin muss in den Bau, weil sie eine Pfandflasche aus dem Mülleimer „geklaut“ hat. Tja, für ihre eigenen Eltern haben Linke keine Herz, die dürfen Flaschen sammeln und werden bei bedarf denunziert. Haben Mao’s Roten Garden ja auch so gemacht.

    Antworten
    • Michael Bittner

      Läuft bei Ihnen in der Birne noch alles ganz richtig? Es scheint nicht so. Ich hab noch keinen Linken getroffen, der Arme für ihre Armut bestrafen will. Das ist schon das Privileg der Rechten, deren Propaganda in Ihrem Hirn offenbar schon nachhaltige Schäden angerichtet hat.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.