Geld ohne Schweiß

Wenn es etwas gibt, das den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft bedroht, dann ist es die ewige Nörgelei der Miesepeter. Sie werden leider durch einige Schlechtredner in den Medien unterstützt, die das Publikum mit Meldungen über vermeintliche Missstände immer wieder in Unruhe versetzen. Dabei gäbe es so viele positive Nachrichten, die größere Aufmerksamkeit verdienten! Zum Beispiel konnte man jüngst lesen, das globale Vermögen der Milliardäre habe einen neuen Rekordwert erreicht. Ein Klub von knapp zweitausend Menschen verfüge inzwischen über einen Besitz im Wert von 8,9 Billionen Dollar. Um 19 Prozent wuchs dieses Vermögen noch einmal allein im vergangenen Jahr. Ist es nicht schön zu sehen, dass diese Menschen sich nun keine Sorgen mehr ums tägliche Brot machen müssen oder um steigende Mieten?

Ganz gewiss finden aber sogar bei dieser frohen Botschaft noch einige vom Sozialneid zerfressene Minderleister etwas zu meckern. Sie werden sagen, es sei obszön, dass eine Handvoll Menschen Milliarden häuft, während gleichzeitig Milliarden Menschen mit leeren Händen dastehen. Sie werden beklagen, das Vermögen von Reichen, die längst nicht mehr arbeiten oder nie gearbeitet haben, vermehre sich von selbst, während die Mehrheit der Menschen arbeite, ohne je zu einem Vermögen zu kommen. Niemand, auch der erfolgreichste Unternehmer nicht, sei zehn- oder hunderttausend Mal klüger oder fleißiger als ein anderer Mensch.

Was für schlechte Verlierer sind das! Jammerlappen, die so reden, sind doch nur verärgert darüber, dass es ihnen nicht gelungen ist, reich geboren zu werden, sich den richtigen Partner zu angeln oder mit Hilfe einer cleveren Idee andere Leute für sich arbeiten zu lassen. Dabei sind es gerade diese Gutmenschen, die sonst immer nach dem bedingungslosen Grundeinkommen rufen! Die Milliardäre machen doch nur vor, wie genau das geht: Wer erst einmal genug Geld angehäuft hat, der muss nie wieder einen Finger rühren. Das Einkommen sprudelt von ganz allein. Allenfalls macht es ein bisschen Mühe, das Vermögen vorm Finanzamt zu verstecken. Dafür haben die Kinder der Reichen schon als Föten ausgesorgt. Ganz mit Recht sprechen wir also von der Leistungsgesellschaft – es ist eine Gesellschaft, die muss man sich leisten können.

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Dieser Text erschien zuerst als Kolumne der Rubrik Besorgte Bürger in der Sächsischen Zeitung.

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