Tränen auf den billigen Plätzen

Ich stehe am Hafen der kleinen Stadt am Ufer der Müritz. Würde ich den Landkarten glauben, dann sähe ich vor mir nur einen ungewöhnlich großen See. Aber ich rieche den Duft des Meeres, höre den Sturm brausen und sehe die Wellen ungeduldig ans Land schlagen. Kein Zweifel: Die Müritz ist ein verirrter Teil des Ozeans, der sich nach Hause sehnt. Es muss sich so zugetragen haben: Als Gott die Welt schuf und das Wasser übers Erdenrund verteilte, da rutschte ihm ein Tropfen zwischen den allmächtigen Fingern hindurch, platschte aufs flache Land und ward zum kleinen Meer Mecklenburgs. Diese Sage erzählen sich die Einheimischen nicht. Sie sollten es aber tun.

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