In ermüdender Verachtung. Über Lisa Eckharts Debütroman „Omama“

Es ist nicht leicht, Lisa Eckharts Debütroman „Omama“ unbefangen zu lesen. Stand die junge österreichische Kabarettistin doch in den vergangenen Wochen im Mittelpunkt eines erbitterten Streits. Ihre Bewunderer schwärmten, Eckhart entlarve mit den Mitteln ironischer Provokation die gesellschaftliche Heuchelei. Ihre Verächter meinten, sie nutze sexistische, rassistische und antisemitische Gemeinplätze, um sich billig Aufmerksamkeit zu sichern. In diesem Widerstreit Partei zu ergreifen fällt schwer: Einerseits möchte ich mich nicht in die Armee ästhetischer Analphabeten einreihen, die bei ihrer Jagd nach verfänglichen Sätzen und bösen Wörtern auf künstlerische Absichten und Zusammenhänge grundsätzlich keine Rücksicht nehmen. Andererseits werde ich, schaue ich mir die Auftritte Eckharts an, nie das Gefühl los, dass sie bei ihren kalkulierten Tabubrüchen nicht nur die Ressentiments der Gesellschaft, sondern auch eigene offenlegt. Kann ein Blick in ihren Roman Klarheit schaffen?

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