Die neueste Methode, sich selbst ins Knie zu schießen. Über die frühen Schriften von Wiglaf Droste

Seit mehr als einem Jahr ist Wiglaf Droste (1961-2019) nun schon tot, seine Schriften leben aber glücklicherweise noch immer. Diese erwartete Entdeckung machte ich, als ich jüngst einmal wieder die frühesten Bücher Drostes zur Hand nahm. Haltbar sind die Texte vor allem dank der Sprachkunst ihres Autors, die selbst nichtige und inzwischen vergessene Ereignisse adelt. Wie heute niemandem mehr gelang es Droste, polemische Wucht mit poetischer „Wortfindungskunst“ (Jürgen Roth) zu verbinden. Er hatte nicht nur meistens recht, er wusste auch mit Stil davon zu überzeugen. Aber die Texte sind auch aus einem anderen Grund noch immer frisch: Viele Debatten sind in den vergangenen dreißig Jahren auch nicht einen Millimeter vorangekommen.

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