Nachhören: Die Dritte Generation Ostdeutschland

Am Dienstag (14. Januar 2020) war ich Gast in der Sendung „Dienstags direkt“ im MDR Radio Sachsen. Ich sprach unter dem Titel „Dritte Generation Ost: Vermittler und Visionäre für Ostdeutschland?“ mit Judith Enders, Henriette Stapf, Melanie Stein und Moderatorin Sina Peschke über die Lage im Osten und die besonderen Erfahrungen der Wendekinder. Die Diskussion ist auch als Podcast abrufbar:

NACHHÖREN BEI MDR SACHSEN

Termine der Woche

Am Dienstag (14. Januar) spreche ich in der Sendung „Dienstags direkt“ im MDR 1 Radio Sachsen mit Judith Enders, Henriette Stapf, Melanie Stein und Moderatorin Sina Peschke über den Zustand des Ostens und die Dritte Generation Ostdeutschland. Los geht’s um 20 Uhr.

Am Mittwoch (15. Januar) lese ich in Halle bei der gemütlichen Lesebühne Kreis mit Berg. Die Gastgeber Christian Kreis und Peter Berg haben sich als Thema diesmal „Urlaub in Sizilien“ ausgedacht. Los geht es um 20 Uhr im Palais S.

Am Sonnabend (18. Januar) bin ich einer der Autoren beim Kantinenlesen, dem von Dan Richter moderierten Gipfeltreffen der Berliner Lesebühnen. Heitere und satirische Geschichten und Lieder gibt es auch von den Kollegen Heiko Werning, Ivo Lotion und Meikel Neid. Tickets gibt es im Vorverkauf oder an der Abendkasse. Start: 20 Uhr. Ort: Alte Kantine der Kulturbrauerei.

Am Sonntag (19. Januar) lese ich traditionsgemäß beim Lesebühnebrunch zum Satirefestival in Cottbus. Mit dabei auch Udo Tiffert, Luca Swieter und die Band Schnaps im Silbersee. Los geht es um 11 Uhr in der Mensa der Universität.

Der Schrecken begann mit Christiansen. Über Oliver Webers „Talkshows hassen“

Vor einiger Zeit verbreitete sich im Internet ein überraschender Hit. Die Aufzeichnung eines Gesprächs aus der Reihe „Zur Person“ zwischen Günter Gaus und Hannah Arendt aus dem Jahr 1964 wurde hunderttausendfach in den sozialen Netzwerken geteilt. Junge Leute schauten freiwillig zwei toten Menschen beim Reden zu: Ein Intellektueller stellte Fragen, die länger als gegenwärtige Bachelorarbeiten waren. Und eine kettenrauchende Denkerin antwortete nüchtern, klug und mit Witz. So anziehend wirkt dieses Gespräch wohl gerade jetzt, weil es das Gegenteil jenes Grauens ist, das heutzutage im öffentlich-rechtlichen Fernsehen als „Polit-Talk“ versendet wird. Unter dem Titel „Talkshows hassen“ hat Oliver Weber, Student der Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre, das Genre einer Analyse und Kritik unterzogen.

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Termine der Woche

Am Donnerstag (9. Januar) feiert unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal ihren 15. Geburtstag! Seit fünfzehn Jahren produziere ich gemeinsam mit den Kollegen Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth unablässig neue Geschichten, Gedichte und Lieder, die wir nicht nur jeden Monat in der Scheune, sondern auch bei Gastspielen in ganz Deutschland präsentieren. Über 150 Shows haben wir inzwischen geliefert und dabei ihre Gäste zuverlässig erheitert, beglückt oder wenigstens empört. Zur großen Geburtstagsfeier präsentieren wir nicht nur neue Werke, sondern auch unsere größten Erfolge und einige Überraschungen. Als besonderen Gast erwarten wir zum Jubiläum außerdem den famosen Berliner Schriftsteller Jakob Hein. Karten gibt es bis Mittwoch im Vorverkauf oder am Donnerstag an der Abendkasse. Los geht es um 20 Uhr in der Scheune.

2020 – die wahre Jahresvorschau

Januar

Das Jahr 2020 beginnt mit Wetterkapriolen. Am 9. Januar wird in Quakenbrück die Rekordtemperatur von 32,4 Grad Celsius gemessen. Konfrontiert mit der Frage, ob dieser Fakt ihm nicht zu denken gebe, beharrt der AfD-Parteivorsitzende Tino Chrupalla auf seiner Haltung, der menschengemachte Klimawandel sei eine Erfindung. Vielmehr habe die deutsche Regierung heimlich ein System von Heizrohren unter der Erdoberfläche verlegt, um das Klima in Deutschland zu erwärmen, damit sich Merkels südländische Goldstücke heimischer fühlen. Unter dem Titel „Heizt Merkel uns ein?“ wird die These ergebnisoffen in der Talkshow von Sandra Maischberger diskutiert. Mit Chrupalla im Studio sitzen Wolfgang Kubicki, Werner J. Patzelt und Campino.

Februar

Ein plötzlicher Kälteeinbruch mit Temperaturen von minus 20 Grad Celsius, großflächigen Schneeverwehungen und Eisstürmen sorgt für Verkehrschaos und zahlreiche Frostopfer in Deutschland. Der AfD-Parteivorsitzende Tino Chrupalla behauptet, die Ursache zu kennen: Merkels heimliche Deutschland-Heizung sei ausgefallen, weil wegen des Ökostromwahns die Energieversorgung der Anlage nicht mehr funktioniere. Unter dem Titel „Lässt Merkel uns erfrieren?“ wird die These ergebnisoffen in der Talkshow von Frank Plasberg diskutiert. Mit Chrupalla im Studio sitzen Peter Altmaier, Sascha Lobo und Dieter Nuhr.

März

Zu Beginn einer neuen Staffel seiner GreatNightShow auf SAT 1 begrüßt der Komiker Luke Mockridge als Gast Andrea Kiewel, die Moderatorin des ZDF-Fernsehgartens. Angekündigt als große Aussöhnung nach Irritationen zwischen den Künstlern im vergangenen Jahr, endet das Treffen im Eklat. Kiewel pinkelt schweigend auf die Bühne, enthauptet anschließend Mockridge mit einer elektrischen Heckenschere und ruft dann auf einer Banane den Notarzt. Das Publikum im Saal reagiert zunächst amüsiert, nach einigen Minuten der Totenstille jedoch schließlich verstört. Gerüchten zufolge will Kiewel mit ihrer Aktion hauptsächlich Werbung für ihre neue Show Kiewis lustige Kinderhitparade im RBB machen.

April

Eine Regierungskrise erschüttert Sachsen-Anhalt. Im Internet kursiert ein Foto, das den entblößten Penis des CDU-Innenministers Holger Stahlknecht bei einem Aufenthalt im Swingerclub „Völkerfreundschaft“ in Zeitz zeigen soll. Besonders brisant: Auf dem Glied ist deutlich ein tätowiertes Hakenkreuz zu sehen. Anfangs leugnet Stahlknecht die Echtheit des Fotos, doch nach Aussagen von 27 Frauen muss sich der Christdemokrat zu seinem Penis bekennen. Das Hakenkreuz sei jedoch keinesfalls als Ausdruck rechtsextremer Gesinnung zu verstehen, es entspringe lediglich dem intensiven Interesse an der deutschen Geschichte. Nachdem SPD und Grüne den Innenminister anfänglich scharf kritisieren, schrecken sie vor einem Bruch der Kenia-Koalition schließlich doch zurück. „Unsere staatspolitische Verantwortung gebietet es uns, unsere Ministergehälter nicht der AfD zu überlassen“, verkünden die Spitzen der beiden Parteien in einer gemeinsamen Presserklärung.

Mai

Ein Skandalvideo sorgt für Aufregung in Deutschland. Der offenbar mit versteckter Kamera aufgenommene Film zeigt den SPD-Finanzminister Olaf Scholz in einem Ferienapartment auf Hiddensee im Gespräch mit der vermeintlichen Nichte eines russischen Oligarchen. Scholz, der offenkundig durch mehrere Gläser Küstennebel beeinträchtig ist, verspricht der Blondine lukrative Staatsaufträge und einen Führungsposten bei der Arbeiterwohlfahrt, wenn diese ihm zur Kanzlerschaft in Deutschland verhelfe. Ein nach Bekanntwerden des Videos eingeleitetes Ermittlungsverfahren wird von der Staatsanwaltschaft bald eingestellt. Angesichts der völligen und dauerhaften Irrealität eines Wahlsieges der SPD fehle für den Vorwurf einer strafbaren Wahlmanipulation jeder Anfangsverdacht.

Juni

Bei der Fußballeuropameisterschaft, die in diesem Jahr dank eines cleveren Einfalls der UEFA in ganz Europa stattfindet, werden Deutschland nach dem schwachen Abschneiden bei der letzten WM kaum Chancen eingeräumt. Doch Bundestrainer Joachim Löw überrascht bei der Bekanntgabe des Aufgebots: „Angesichts der aktuellen Stimmung im deutschen Volk habe ich darauf geachtet, ausschließlich arische Spieler im Team zu berücksichtigen“, so Löw. „Beim letzten Turnier hat sich gezeigt, dass multikultureller Mischmasch im Widerspruch zum wahren deutschen Mannschaftsgeist steht.“ So kommen bei der EM vor allem bislang eher unbekannte, reinblütige Nachwuchstalente aus Kreis- und Bezirksligen wie Karl-Heinz Sense, Rüdiger Rumpel und Kevin Kartoffel zum Einsatz. Die deutsche Mannschaft scheidet nach den drei Vorrundenspielen mit 47 Gegentoren und ohne Punkt als Gruppenletzter aus. Der DFB spricht Joachim Löw dennoch umgehend das Vertrauen aus.

Juli

Die Sommerzeit mit ruhigem Seegang veranlasst wie schon in den vergangenen Jahren Tausende von Flüchtlingen zu dem Versuch, das Mittelmeer auf Booten Richtung Europa zu überqueren. Der soeben zum italienischen Ministerpräsidenten gewählte Politiker Matteo Salvini entschließt sich, der Bedrohung publikumswirksam persönlich zu begegnen. Umjubelt von Tausenden Fans besteigt er in Palermo mit nacktem Oberkörper ein Motorboot, um mit einer Harpune persönlich Jagd auf die illegalen Einwanderer zu machen. Seine maritime Hetzjagd überträgt er per Helmkamera live ins Internet. Nachdem anfangs noch die Vereinten Nationen, der Papst und Claudia Roth vehement gegen das inhumane Treiben protestieren, legt sich die Aufregung bald. Wichtig genug, um persönlich etwas zu unternehmen, sind die Flüchtlinge in Europa kaum mehr jemandem. Zum Jahresende sichert sich Netflix die exklusiven Übertragungsrechte.

August

Nach der Entscheidung für den Brexit in Großbritannien machen sich auch anderswo in Europa separatistische Tendenzen immer stärker bemerkbar. So auch in Ostdeutschland, wo der ehemalige MDR-Komiker Uwe Steimle die „Ossikratische Bewegung“ ins Leben ruft. Unter dem Slogan „Früher war’s besser! Und noch früher war’s noch besser!“ kämpft sie für eine Abspaltung der neuen Bundesländer vom Westen. Ausführlich berichtet besonders der Fernsehsender Russia Today über die Volksbewegung. Schon nach wenigen Wochen strömen in ganz Ostdeutschland hunderttausende ältere Männer immer montags auf die Straßen und rufen nach weniger Ausländern, billigerem Nudossi und hübscheren Ehefrauen. Danach befragt, ob sie sich denn Sorgen angesichts des Protests mache, antwortet Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Ich habe vollstes Vertrauen in die Vernunft meiner lieben Landsleute.“

September

Ein spektakulärer Kunstdiebstahl erschüttert Dresden. Nachdem schon im vergangenen Jahr kostbare Juwelen aus dem weltbekannten Grünen Gewölbe entwendet wurden, ist diesmal die Galerie Neue Meister Ziel des Raubzugs. Wie Videoaufzeichnungen zeigen, haben sich die Diebe in Kisten verpackt als vermeintliche Kunstwerke ins Museum einliefern lassen, anschließend die Wachhunde mit Blutwürsten zutraulich gemacht und die Museumswärter hinterrücks mit Chloroform betäubt. Die Spur der Räuber führt nach Dänemark. Unmittelbar nach dem Raub ist die Dresdner Bevölkerung außer sich: Erneut sei ein Teil der kostbaren, unvergleichlichen sächsischen Identität von fremden Banditen geschändet und entwendet worden. Als sich herausstellt, dass nur abstrakte Gemälde erbeutet wurden, beruhigt sich die Stimmung. „Auf den Scheiß kömmer grad so noch verzischten!“, verkündet die sächsische Kulturministerin erleichtert.

Oktober

Das 30. Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung verläuft völlig anders als geplant. Nachdem Millionen Ostdeutsche auf den Straßen eine Abstimmung über die Unabhängigkeit erzwungen haben, entscheidet sich Ostdeutschland am 3. Oktober für einen Austritt aus der Bundesrepublik. Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Ostberlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen bilden einen neuen Staat unter dem Namen DDR, Depressives Deutsches Reich. Doch schon wenige Minuten nach der Unabhängigkeitserklärung erklären die Einwohner des Ostberliner Stadtbezirks Friedrichshain auf Grund unüberbrückbarer politischer Differenzen wiederum ihre Unabhängigkeit vom DDR. Eine Stunde später sagt sich daraufhin jedoch die Lichtenberger Straße von Friedrichshain los. Der Schritt bleibt nicht ohne Folgen: Die Lichtenberger Straße 17 erklärt sich nach einer Hausgemeinschaftssitzung kurz darauf für unabhängig von der Lichtenberger Straße. Die einzige Gegenstimme kommt von der Familie Karsunke, die sich prompt für unabhängig erklärt. Doch Heinz und Erika Karsunke haben die Rechnung ohne ihren Sohn Stefan gemacht, der sein Zimmer zum Freistaat erklärt und die Tür durch elektrischen Strom gegen Grenzverletzer sichert. Als vollständig unabhängiger Mensch verbringt Stefan Karsunke die Nacht in seinem souveränen Bett, doch unruhige Träume lassen ihn ahnen, dass ein Teil von ihm, sein Herz, sich schon nach einer Wiedervereinigung sehnt.

November

Donald Trump erringt mühelos einen klaren Sieg bei der Präsidentschaftswahl in den USA. Seine Wiederwahl verdankt er nicht zuletzt seinem neuen Wahlkampfslogan „USA! Hurra! Hurra! Hurra! Hurra!“, der von den Amerikanerinnen und Amerikanern begeistert aufgenommen wird. Viele Beobachter führen Trumps Sieg aber auch auf die schwache Performance des demokratischen Gegenkandidaten Joe Biden zurück, der bei der letzten und entscheidenden Fernsehdebatte nach einem Drittel der Sendezeit im Stehen einschläft. Einige Stimmen muss Biden auch an ehemaligen Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, abgeben, der als unabhängiger Kandidat ins Rennen gegangen ist. Nach der Wahl verkündet Bloomberg: „Schade, dass ich nicht gewonnen habe, aber hauptsächlich ging es mir ja darum, dass niemand ins Weiße Haus einzieht, der kein Milliardär ist.“

Dezember

Weihnachten wird für Millionen Deutsche in diesem Jahr zur Gewissensfrage. Die Initiative „Kein Baum fürs Fest!“ agitiert gegen die klimaschädliche Abholzung von Tannen und Fichten zum Zweck des bloßen Zimmerschmucks. Die Initiative „Jede Reise ist Scheiße!“ propagiert einen völligen Verzicht auf alle Arten des motorisierten Ortswechsels, da auch schon ein Milligramm Kohlendioxid die Klimakatastrophe näher rücken lasse. Noch eindringlicher ist die Botschaft der Initiative „Kein Spaß trotz Leid!“, die dazu aufruft, auf alle Formen von Freude, Lust und Heiterkeit zu verzichten, bis sämtliche Probleme der Menschheit gelöst sind. „Jedes Lachen aus der Kehle eines Privilegierten ist eine Verhöhnung der Leidenden unserer Zeit“, so der Vertreter der Initiative Sören Schniefel. Erleichtert reagieren die Menschen im Land, als der Schriftsteller Michael Bittner im letzten Moment die Feiertage rettet. In seiner Rede zur Verleihung des Nobelpreises (für Chemie) verteidigt er das Menschenrecht auf Spaß. Es schließt mit dem Satz: In einer Revolution, bei der nicht gelacht wird, läuft irgendwas falsch.

Termine der Woche

Am Mittwoch (18. Dezember) präsentiert meine Lesebühne Zentralkomitee Deluxe in Berlin wieder frische Geschichten, satirische Pamphlete und revolutionäre Songs. Von den Stammautoren sind Noah Klaus, Christian Ritter, Piet Weber und ich mit dabei. Wir begrüßen diesmal außerdem noch als musikalischen Gast den Liedermacher FALK. Um 20 Uhr in Kreuzberg an der Oberbaumbrücke im Musik & Frieden im Grünen Zimmer. Tickets gibt’s im Vorverkauf für nur 6 Euro. An der Abendkasse kostet der Eintritt 8 Euro.

Am Donnerstag (19. Dezember) gibt’s dann in Dresden die letzte Ausgabe meiner Lesebühne Sax Royal im Jahr 2019. Von den anderen Stammautoren Roman Israel, Max Rademann, Stefan Seyfarth und mir gibt’s neue Geschichten, Satiren und Gedichte. Als Gast begrüßen wir aus Berlin erstmals den sehr smarten und witzigen jungen Schriftsteller Noah Klaus. Tickets gibt’s bis Mittwoch im Vorverkauf oder am Donnerstag an der Abendkasse. Los geht es um 20 Uhr in der Scheune.

Alle können nichts dafür. Synke Köhlers Roman „Die Entmieteten“

Seit die Mieten in Städten in Deutschland explodieren, ist die Verdrängung nicht mehr nur ein Schicksal, mit dem Arme sich herumschlagen müssen, sondern eine Bedrohung selbst für die Mittelschicht. Sicherstes Zeichen dafür: Die »Gentrifizierung« ist zum Dauerthema im bürgerlichen Feuilleton aufgestiegen. Leicht kommt da der Verdacht auf, die Berliner Schriftstellerin Synke Köhler hätte mit ihrem Roman »Die Entmieteten« versucht, auf einer publizistischen Welle zu surfen. Doch der Autorin ist es mit ihrem Thema sehr ernst. Um das zu erkennen, muss man nicht einmal wissen, dass sie sich auch persönlich gegen Verdrängung zur Wehr setzt. Ein Blick in ihr lebensnah erzähltes, aber auch gut durchdachtes Buch genügt. Köhler erzählt von einer Hausgemeinschaft in Berlin-Prenzlauer Berg, die plötzlich Profitinteressen im Weg ist. Um ein altes Haus abreißen und ein neues, gewinnträchtiges bauen zu können, muss entmietet werden.

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Termine der Woche

Am Sonnabend (14. Dezember) komme ich nach Leipzig zu einer Lesung, die nicht anders denn umwerfend werden kann. Ich lese zusammen mit dem Kollegen Michael Schweßinger, dem ethnologisch geschulten Reiseschriftsteller, der sein neues Buch „In Buxtehude ist noch Platz“ mitbringt. Stattfinden wird das Ganze in der Galerie Artae (Gohliser Straße 3), die Kenner als ganz besonderen Ort zu schätzen wissen. Neben neuen Geschichten gibt’s auch fränkisches Bier. Los geht es um 20 Uhr.

Dada Dresden in Stadtluft IV

Im Jahr 1920 kündigen die berüchtigten Dadaisten aus Berlin, Johannes Baader, Richard Huelsenbeck und Raoul Hausmann, einen Besuch in Dresden an. Tausend Dresdner erwarten sie im großen Saal der Kaufmannschaft. Es wird ein lauter, wilder, blutiger Abend. Die ganze Geschichte habe ich gemeinsam mit Simone Zupfer für die vierte Ausgabe von Stadtluft Dresden aufgeschrieben. „Bookzin“ nennen die Macher Peter Ufer, Amac Garbe und Thomas Walther ihre Mischung aus Magazin und Buch. Zu lesen gibt es wieder Essays, Interviews und Reportagen über außergewöhnliche Orte und Menschen in Dresden. Unter den Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe sind auch Christoph Hein, Franziska Gerstenberg, Durs Grünbein, Juliane Schiemenz u.v.m. Kaufen kann man die Stadtluft überall, wo es Bücher oder Zeitschriften gibt.