Termine der Woche

Am Sonnabend (28. Juni) lese ich gemeinsam mit Max Rademann und dem wunderbaren Ahne aus Berlin beim Elbhangfest in Dresden. Zu hören gibt es neben neuen und alten Geschichten auch Lieder. Los geht der Spaß um 17:30 Uhr auf der Bühne am Wasser (August-Böckstiegel-Straße 2) im Schlosspark Pillnitz. Das wird Bombe!

Am Sonntag (29. Juni) lese ich dann gleich noch einmal beim Dresdner Elbhangfest, dann mit Kollegen von der Sächsischen Zeitung, nämlich den Kolumnisten Thomas Bärsch, Jens-Uwe Sommerschuh und Peter Ufer. Den Titel „Read & Roll“ trägt die Veranstaltung, weil auch die Surfrockband The Deadlines aufspielen wird. Los geht es um 14:30 Uhr auf der Bühne im Weindorf Loschwitz.

Buchtipp: Erich-Mühsam-Lesebuch

Vor einer Weile besuchte ich die Linken Buchtage im Berliner Mehringhof. Gelockt hatte mich die Ankündigung einer Buchpremiere. Das eben im Verbrecher Verlag erschienene Lesebuch Erich Mühsam: Das seid ihr Hunde wert! sollte vorgestellt werden. Ein Teil des Publikums erwies dem Anarchisten, Dichter und exzessiven Lebenskünstler Erich Mühsam schon dadurch die Ehre, dass munter jede Ordnung ignoriert und weiter fleißig gequascht und gesoffen wurde. Die Protagonisten auf der Bühne ließen sich aber keineswegs beirren. Markus Liske, einer der Herausgeber, las einige Texte und erläuterte das Konzept des Lesebuches: Es enthält nicht nur ausgewählte Gedichte, Glossen und Essays Mühsams, sondern auch Auszüge aus seinen Memoiren Unpolitische Erinnerungen und aus Tagebüchern und Briefen. Alles zusammen ergibt, chronologisch geordnet, nicht nur eine Blütenlese, sondern auch eine kleine Biografie des Dichters. Die zweite Herausgeberin des Bandes ist Manja Präkels, die zugleich als Sängerin mit ihrer Band Der singende Tresen wunderbare Vertonungen von Mühsams Gedichten vortrug.

Markus Liske schreibt in seinem Nachwort, Mühsam gehöre gewiss weder zu den größten deutschen Dichtern noch zu den besten Theoretikern des Anarchismus. Seinen Wert mache vor allem die unvergleichliche Einheit von Persönlichkeit, Leben und Werk aus. In der Tat: In dieser Hinsicht lässt sich Mühsam in der deutschen Literaturgeschichte kaum jemand an die Seite stellen. Sein unbeirrbares Verlagen, die literarische Utopie unmittelbar im Leben zu verwirklichen, war romantisch und politisch zugleich. Als sein Hauptwerk werden deshalb vielleicht auch in nicht ferner Zukunft die sensationellen Tagebücher gelten, die von Chris Hirte und Conrad Piens ebenfalls im Verbrecher Verlag herausgegeben werden, aber auch online schon zugänglich sind. Aber fünfzehn Bände liest man nicht mal nebenbei, weswegen sich das neue Lesebuch als Einstieg für Neugierige sehr empfiehlt.

Aus jeder Zeile Mühsams spricht seine Integrität, Toleranz und beinahe naive Menschenfreundlichkeit. „Er war einer der besten und gutmütigsten Menschen, denen ich begegnet bin“, notierte selbst Ernst Jünger. Alle Lebensabschnitte Mühsams sind im Buch gleichgewichtig vertreten: Kabarettistische Glossen und Trinklieder aus der Vorkriegszeit in der Berliner und Münchner Bohème; Berichte über seine Mitwirkung beim scheiternden Versuch, in Bayern eine Räterepublik zu errichten; Tagebuchblätter aus der darauf folgenden Zeit in Festungshaft; Pamphlete aus der anarchistischen Zeitschrift Fanal, in der er in der späten Weimarer Republik die Fassadendemokratie und die sowjet-marxistische Parodie des Kommunismus gleichermaßen attackierte. Nur mit Mühe liest man schließlich die Berichte seiner Frau Zenzl, die erzählt, wie Mühsam in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten buchstäblich zu Tode gefoltert wurde.

Die Lektüre dieser Texte ist keineswegs nur etwas für sentimentale Freunde linker Historie. Mühsam schreibt – in Lyrik wie in Prosa – einen klaren und witzigen, an Heinrich Heine geschulten Stil. Sein alkoholfreies Trinklied namens Der Gesang der Vegetarier kann man noch immer gut an Freunde der Gesinnungsethik schicken, um sie zu ärgern. Seine Betrachtungen zur Stimmzettelbeerdigung in Urnen unter dem Titel Zur Naturgeschichte des Wählers sind gerade heute wieder äußerst lesenswert. Gleiches gilt für sein unsterbliches Porträt des ewigen Sozialdemokraten: Der Revoluzzer. Nichts ist leichter als der Einwurf, wie diese utopische Anarchie denn bitte funktionieren solle. Unsere Gesellschaft funktioniert allerdings reibungslos. Erich Mühsam repräsentiert eine Radikalität im Denken und im Leben, die befreiend schon wirkt, wenn man nur von ihr liest.

Erich Mühsam: Das seid ihr Hunde wert! Ein Lesebuch. Hg. von Markus Liske und Manja Präkels. Berlin: Verbrecher Verlag, 2014, 352 Seiten, 16 EuroLayout 1

 

Dank

Ich erlaube mir, meiner Freude darüber Ausdruck zu verleihen, dass mein Buch Wir trainieren für den Kapitalismus (edition AZUR) soeben seine zweite Auflage erlebt hat. Mich selbst hat es am meisten überrascht, dass die erste Auflage nach einem Dreivierteljahr nun schon vergriffen ist. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, allen Käufern und Lesern recht herzlich zu danken. Ebenso danke ich den Journalisten Jens Kassner und Tomas Gärtner, die Lust hatten, das Buch zu lesen und zu rezensieren. Und nicht minder bedanke ich mich bei den vielen Kollegen und Veranstaltern, die durch ihre Einladungen meine zurückliegende Welttournee ermöglicht haben. Die zweite Auflage ist bis auf vier kleine Korrekturen unverändert. So Gott will, wird’s auch irgendwann ein zweites Buch geben.

Termine der Woche

Ausnahmsweise an einem Mittwoch (11. Juni) kehrt unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal mit brandneuen Geschichten, Gedichten und Liedern in die scheune zurück. Mit dabei sind neben den Stammautoren Julius Fischer, Max Rademann und mir noch zwei grandiose Gäste: Der Leipziger André Herrmann bildet nicht nur gemeinsam mit Julius das Poetry-Slam-Duo “Team Totale Zerstörung”, er liest auch kosmisch komische Geschichten bei der Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und ist einer der beliebtesten Blogger Sachsens. Für Musik sorgt derweil der Dresdner Liedermacher Thomas Lautenknecht. Er spielt  in der Band “Oh alter Knaben Herrlichkeit” und vertont als Solist auf ganz wunderbare Weise Gedichte verschiedenster Autoren. Ein höchst kurzweiliger und abwechslungsreicher Abend ist sicher!

Termine der Woche

Am Donnerstag (05. Juni) moderiere ich – diesmal leider ohne Stefan Seyfarth – wieder den Dresdner livelyriX Poetry Slam in der scheune. Der letzte Dichterwettkampf  vor der Sommerpause beginnt um 20 Uhr. Mit dabei sind wunderbare Autorinnen und Autoren, u.a. Jacinta Nandi, Moses Wolff, Michael Feindler und Jesko Habert.

Am Freitag (06. Juni) findet wieder die Lesebühne Grubenhund in Görlitz statt. Ich lese neue Geschichten und Gedichte mit den Kollegen Max Rademann und Udo Tiffert sowie dem besonderen Gastautor Frank Sorge. Los gehts wie immer um 20 Uhr im Kino Camillo.

Am Sonnabend (07. Juni) fahre ich schließlich zum Literaturfest Meißen. Ab 12:30 Uhr lese ich auf der Bühne auf dem Markt aus meinem Buch Wir trainieren für den Kapitalismus. Um 18 Uhr moderiere ich dann noch den Poetry Slam zum Literaturfest, der auf dem Theaterplatz stattfindet.

Termine der Woche

Am Sonntag (1. Juni) fahre ich nach Jena, wo ich im schönsten Klub der Welt, nämlich dem Kassablanca, gemeinsam mit meinem Freund und Kollegen Max Rademann den „livelyriX-Litertursonntag“ bestreiten werde. Was steht zu erwarten? Wir lesen eine Auswahl unserer schönsten Geschichten aus der letzten Zeit. Max spielt einige seiner Lieder auf einem elektronischen Tasteninstrument. Und wir trinken vor, während und nach der Veranstaltung Bier. Die Türen öffnen um 20 Uhr. Der Eintritt kostet überschaubare 5 Euro.

Termine der Woche

In dieser Woche bin ich zu Gast beim Voland & Quist Literatursalon in den sächsischen Schwestermetropolen Leipzig und Dresden. Ich lese aus meinem aktuellen Buch Wir trainieren für den Kapitalismus (edition AZUR), aber auch einige neue und unveröffentlichte Geschichten. Ich werde darauf achten, keine Texte zu wiederholen, die ich schon bei den Buchpremieren in beiden Städten gelesen habe – also lohnt der Besuch vielleicht auch für Leute, die damals schon im Publikum saßen. Am Mittwoch (14. Mai) lese ich ab 20 Uhr in Leipzig im Horns Erben, am Donnerstag (15. Mai) dann in Dresden ebenfalls ab 20 Uhr im Kino Thalia.

Am Freitag (16. Mai) führt mich das Schicksal dann noch zur Görlitzer Lesebühne Grubenhund, wo ich wie jeden Monat mit den wunderbaren Kollegen Udo Tiffert und Max Rademann lesen darf. Los gehts um 20 Uhr im Kino Camillo.

Treffen der Generationen

„Ach, und Sie essen gar kein Fleisch?“, fragt die ältere Dame im Speisewagen. „Warum denn?“

„Naja, mir tun die Tiere irgendwie leid. Deswegen möchte ich sie eigentlich nicht auffressen.“

Eine halbe Minute Schweigen.

„Essen Sie dann auch keine Wurst?“