Termine der Woche

 

Am Montag (14. Dezember) lese ich mit dem „Satirischen Quintett“ der Kolumnisten der Sächsischen Zeitung in Dresden. Mit dabei sind die Kollegen Thomas Bärsch, Jens-Uwe Sommerschuh, Wolfgang Schaller und Peter Ufer. Los geht es um 19:30 Uhr im Sarrasani Trocadero. Die Veranstaltung ist leider schon ausverkauft.

Am Mittwoch (16. Dezember) bin ich zum zweiten Mal Gastautor der noch jungen Lesebühne Fuchs & Söhne in Berlin. Neben den Stammkräften Kirsten Fuchs und André Herrmann sind als Gäste auch noch Micha Ebeling und Marco Tschirpke dabei. Der Spaß beginnt um 20 Uhr im Historischen Gemeindesaal Moabit. Der Eintritt kostet an der Abendkasse fünf Euro.

 

Aus meiner Fanpost (14): Der Turnvater

Hallo Herr Bittner,
ich möchte auf Ihren Text in der SZ vom 8. 12. nicht weiter eingehen; dazu ist mir die Zeit zu schade. Nur eine Frage: Warum erfüllt es Sie mit Genugtuung, dass unsere Schulkinder wegen der „Zweckentfremdung“ durch Unterbringung der Flüchtlinge in den Turnhallen keinen Sport mehr treiben können? Wegen Turnvater Jahn im 19. Jahrhundert??? Verstehen Sie nicht, dass Sie durch derartiges Geschreibsel Ihrem Anliegen einen Bärendienst erweisen? Übrigens: Ich bin kein „seltsam übellauniger Bruder drüben in der Zone“ (was für eine gnadenlose Arroganz!), sondern (weitgereister) Fotograf aus München.
****** K*****

Sehr geehrter Herr K*****,

gerne gehe ich auf Ihre kritische Nachricht ein, dazu ist mir meine Zeit nicht zu schade. Dass meine Genugtuung über die Zweckentfremdung von Turnhallen ein Witz auf Kosten des Turnvaters Jahn ist, haben Sie richtig erkannt. Wenn Sie nun auch noch über Sinn für Humor verfügten, könnten Sie darüber lachen statt sich aufzuregen. Mit Sinn für Humor hätten Sie auch erkannt, dass die Rede über die „übellaunigen Brüder drüben in der Zone“ nicht meine Arroganz gegenüber Ostdeutschen widerspiegelt, was bei einem Ostdeutschen auch merkwürdig wäre, sondern die Sichtweise vieler Westdeutscher auf die Ossis ironisch abbildet. Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf Ihren weiten Reisen vielleicht irgendwann einmal dem Humor begegnen und ihn mit zurück nach München nehmen.

Mit freundlichen Grüßen, Michael Bittner.

Hallo Herr Bittner,
es gibt offensichtlich mehrere Arten von Humor. Ihren Humor bezeichne ich – gelinde gesagt – als schräg. Ich kenne keinen Westdeutschen, der die Bewohner der ehemaligen DDR derartig abschätzig aburteilt, auch nicht als „Scherz“. Noch ein „übrigens“: Ich kenne Dresden sehr gut; mein *** lebte dort und ich habe ihn jedes Jahr besucht. Können wir uns darauf einigen, dass endlich diese alberne Teilung in „Wessis“ und „Ossis“ aufhört – 25 Jahre nach der Wiedervereinigung? Wenn Sie „Deutschland“ nicht mögen, ist das Ihre Sache. Aber: Polemische Texte wie „Überfordert uns!“ tragen nicht zur Versachlichung der Diskussion bei. Die Schriften von Fichte, Arndt, Jahn etc. muss man im historischen Kontext der Befreiungskriege gegen die napoleonische Unterdrückung sehen – das war vor 200 Jahren! Wenn es jetzt nur noch „Gutmenschen“ und „Rechtspopulisten“ (bzw. Neonazis) gibt und nichts dazwischen, haben wir ein Problem – siehe Pegida. In ganz Europa gewinnen Rechtsparteien. Warum wohl???
Trotzdem Grüße ins schöne Dresden.
****** K*****

Sehr geehrter Herr K*****,

die Geschmäcker in Sachen Humor sind verschieden und natürlich steht es Ihnen frei, meinen nicht zu mögen, das ist kein Problem. Dass eine polemische Schrift nicht zur Versachlichung beiträgt, ist richtig. Ich finde meinen Beitrag allerdings gar nicht sehr polemisch. Aber selbst wenn er es wäre, halte ich das für kein Problem, denn eine Polemik hat gar nicht die Aufgabe zu versachlichen, sondern will zu Widerspruch reizen, um eine Diskussion zu eröffnen. Ich kann deswegen Ihre Mahnung, doch bitte nicht über die speziellen Probleme von Ostdeutschland zu sprechen, auch nicht akzeptieren. Ginge es nicht um Ostdeutschland, sondern um den Islam, würden Sie gewiss gegen Redeverbote und für offene Kritik plädieren, oder?

Der Nationalismus in den Schriften von Fichte, Arndt und Jahn steht in einem historischen Kontext, das ist wahr. Aber auch in diesem Kontext war er schon falsch und gefährlich und wurde von Zeitgenossen wie Goethe, Jean Paul, Heine und Saul Ascher bereits kritisiert. Warum sollte man das in der Gegenwart nicht tun dürfen? Und ganz in diesem Sinne stoppt man den Vormarsch der Rechtsradikalen in Europa nicht, indem man schweigt, sondern indem man offen redet. Dass es nichts anderes als „Gutmenschen“ (was immer das sein mag) und Neonazis gäbe – einen solchen Blödsinn habe ich nie behauptet.

Mit freundlichen Grüßen, Michael Bittner.

Überfordert uns!

Einer der Sätze, die ich von anderen Ostdeutschen im letzten Jahr am häufigsten gehört habe, lautet: „Wir wollen bei uns keine westdeutschen Verhältnisse!“ Die Menschen, die das sagen, wehren sich mit diesen Worten nicht gegen höhere Löhne oder kürzere Arbeitszeiten. Was sie meinen, ist: Wir wollen bei uns im Osten nicht so viele Ausländer wie im Westen. Mehr noch: Viele Ostdeutsche blicken mit völligem Unverständnis, ja mit Abscheu auf die Selbstverständlichkeit, mit der Westdeutsche und Mitbürger ausländischer Herkunft zusammenleben.

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Termine der Woche

Am Donnerstag (10. Dezember) gibt es eine neue Ausgabe unserer Dresdner Lesebühne Sax Royal. Wenn Dresden in weihnachtliche Stollenbesinnlichkeit versinkt und Sitzblockaden gegen die Ankunft von Maria und Joseph organisiert werden, bleiben wir wie jedes Jahr standhaft heiter und fies. Neue Geschichten, Gedichte und Lieder präsentieren mit mir die Stammautoren Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth. Außerdem begrüßen wir einen besonderen Gast: Die Leipziger Poetin Leonie Warnke kommt zu uns und bringt einige ihrer witzigen und engagierten Texte mit. Los geht es wie immer um 20 Uhr in der scheune. Karten gibt es im Vorverkauf oder an der Abendkasse.

Am Freitag (11. Dezember) lese ich wieder gemeinsam mit den Kollegen Max Rademann und Udo Tiffert in Görlitz bei der Lesebühne Grubenhund. Als besonderen Gast begrüßen wir diesmal außerdem die Autorin Gesine Schäfer aus Dresden. Los geht es um 19:30 Uhr im Kino Camillo.

Termine der Woche

Am Montag (30. November) veranstaltet der Verein Projekt 21 II, ein Bündnis zum Schutz der Demokratie, in Dresden ein Symposion zum Thema „Sprache und Politik“. Die Tagung beginnt um 14 Uhr. Ich lese ab 16:30 Uhr einige Texte, die sich mit der Sprache der PEGIDA-Bewegung befassen. Das Ganze findet in der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung statt.

Am Donnerstag (3. Dezember) moderiere ich wieder gemeinsam mit Stefan Seyfarth den Dresdner livelyriX Poetry Slam in der scheune. Mit dabei im Dichterwettstreit sind diesmal Sandra da Vina, Piet Weber, Karsten Lampe u.v.m. Tickets gibt es im Vorverkauf oder an der Abendkasse. Der Einlass beginnt um 19 Uhr, los geht es um 20 Uhr.

Aus meiner Fanpost (13): Ich werde entlarvt

Hallo Michael,
Deine Kollumne über den neuen Fschismus ist genauso dümmlich wie Deine Faschokeule gegenüber „Globalisierungsgegner“ und Völker die ihre eigene Souveränität wieder haben wollen.
Tu nicht so als hättest Du die Weisheit mit Löffeln gegessen, sondern halte Dich bitte nicht für Klug gegnug diese Erscheinung volksgerecht zu beurteilen.
Denn noch nie war dieses Volk so gespalten wie jetzt. – Dank der NWO-Propaganda. Gemäß diesem genannten Artikel ist nämlich hier von Weisheit nichts zu erkennen, sondern propagandistsische Globalisierungsdreck nach CDU und Medien-Stream. Wenn NWO Dein Konzept ist bist Du der Weltfaschist und Freiheitsmörder und nicht jene Menschen, die ihre eigene Freiheit und Selbstbestimmung zurück haben wollen. Selbst dann wenn sie nach „deutscher Lebenskultur“ gelebt werden will.
Du willst einen Weltfaschismus (Diktatur) und arbeitest für Medien die von sogen. „Ratten“ gesteuert sind um uns den Mund zu knebeln?! – Pfui.
Ließ mal das Buch von Ulfkotte – Gekaufte Journalisten.

Zitat des Monats November

los bittner du willst persöndlich werden in deinem journalistischen manifest. komm in die schweiz da gibt es eine istitution namens exit. für so absolute vollidioten wie dich.

Nachricht eines Anhängers von „Ken Jebsen“ zum Thema Euthanasie

Termine der Woche

Nur einen Termin gibt es in dieser Woche, dafür aber einen besonders schönen: Am Donnerstag (19. November) kehrt unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal in die scheune zurück. Neue Geschichten und Gedichte lesen mit mir die Stammautoren Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth. Außerdem begrüßen wir diesmal einen besonderen Gast: Wir freuen uns auf den Poeten Daniel Hoth von der Berliner Lesebühne Couchpoetos. Dank der Unterstützung der Aktion Mensch übersetzen Dolmetscher vom Netzwerk vigevo die Texte bei der Lesebühne wieder für Gehörlose live in Gebärdensprache. Karten gibt es im Vorverkauf oder ab 19:30 Uhr an der Abendkasse. Los geht es um 20 Uhr.

Termine der Woche

Am Montag (9. November) wird der von Heiko Werning und Volker Surmann herausgegebene Band „Ist das jetzt Satire oder was?“ (Satyr Verlag) im Berliner taz-Café vorgestellt. Ich darf als einer der Beiträger des Buches mitlesen. Los geht es um 19 Uhr.

Am selbigen Montag (9. November) eile ich dann hinüber ins Kaffee Burger, wo ich in der von Sarah Bosetti und Daniel Hoth moderierten Reihe „Peace, Love & Poetry“ lese. Los geht es dort um 21 Uhr.

Am Donnerstag (12. November) moderiere ich gemeinsam mit Stefan Seyfarth den Dresdner livelyriX Poetry Slam in der scheune. Mit dabei sind diesmal Tanasgol Sabbagh, Jesko Habert, Kaleb Erdmann u.v.m. Der Dichterwettkampf beginnt um 20 Uhr.

Am Freitag (13. November) lese ich mit den Kollegen Udo Tiffert und Max Rademann wieder als Lesebühne Grubenhund im schönen Görlitz. Neue Geschichten und Gedichte gibt es nicht nur von uns Stammautoren, sondern auch von einem besonderen Gast: Wir freuen uns auf den Dresdner Poeten Stefan Seyfarth. Los geht es um 19:30 Uhr im Kino Camillo.

Am Sonntag (15. November) bin ich schließlich als Gastautor bei der traditionsreichen Reformbühne Heim & Welt in Berlin. Die Stammautoren sind: Ahne, Uli Hannemann, Jakob Hein, Falko Hennig, Heiko Werning und Jürgen Witte. Die Lesebühne findet in der aussichtsreichen Panorama-Lounge im Haus Berlin (Strausberger Platz 1) statt. Los geht es um 20:15 Uhr.

Micha’s Lebenshilfe (38)

Wenn man auf einer Bühne eine gute Viertelstunde an einem Mikrofon steht, sollte man darauf achten, dabei keine unnatürliche Körperhaltung einzunehmen, weil man sonst nach dem Abgang möglicherweise von einem Beinkrampf geschüttelt wird, humpelnd zu seinem Platz zurückkehrt und dort zum ersten Mal im Leben mit Recht den Satz aussprechen darf: Ich habe mich verstanden.