Termine der Woche

Am Donnerstag (11. September) endet bei der Dresdner Lesebühne Sax Royal die tödlich öde Sommerpause. Wie immer am zweiten Donnerstag des Monats präsentiere ich in der scheune gemeinsam mit den Kollegen Julius Fischer, Max Rademann, Roman Israel und Stefan Seyfarth frisch dem Hirn und Drucker entflatterte Geschichten, Gedichte und Lieder. Das Publikum darf sich auf amüsante Alltagsgeschichten ebenso freuen wie auf philosophische Gedankenexperimente und politische Satiren. Als besondere Zugabe wird Roman diesmal seinen brandneuen Roman Caiman und Drache (Luftschacht Verlag) vorstellen, auf den ich mich auch selbst besonders freue. Los geht es um 20 Uhr.

Am Freitag (12. September) lese ich dann gemeinsam mit Max Rademann und Udo Tiffert auch wieder als Lesebühne Grubenhund im schönen Görlitz. Als Gast haben wir diesmal die junge Dresdner Poetin Gesine Schäfer mit dabei. Neue Geschichten und allerlei Späße gibt es ab 20 Uhr im Kino Camillo.

5. August: Lesebühne Sax Royal im Deutschen Hygiene-Museum Dresden

Zum fünften Mal gastiert unsere Lesebühne Sax Royal am Dienstag (5. August) im Deutschen Hygiene-Museum mit einer besonderen Lesung, diesmal zur aktuellen Ausstellung “Das neue Deutschland. Von Migration und Vielfalt”. Unter dem Titel “Fremde Heimat, Heimat Fremde” erzähle ich gemeinsam mit den Kollegen Julius Fischer, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth von Begegnungen mit fremden Kulturen auf unseren Reisen durch die Welt, vom schwierigen Verhältnis zu unserer deutschen Heimat und von den liebenswerten Einwanderern, die unser Leben bereicherten. Ein bewegender Abend ist sicher!

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne – Gastspiel | 05. August | Dienstag | 20 Uhr | Deutsches Hygiene-Museum Dresden | Abendkasse: 3 Euro ermäßigt / 7 Euro, Jahreskarteninhaber: frei

In Plüschhandschellen

In Deutschland steigt die Zahl der Einbrüche rasant an. Viele Opfer sind nicht nur materiell geschädigt, sondern auch psychisch traumatisiert. In der „Wahrheit“ der taz lasse ich endlich einmal einen Betroffenen zu Wort kommen.

WEITERLESEN AUF TAZ.DE

Termine der Woche

Am Mittwoch (23. Juli) bin ich einer der Autoren bei der Reihe „Geschichten übern Gartenzaun“ in Dresden. Mit dabei sind wunderbare Kollegen wie Volker Strübing, Max Rademann, Stefan Seyfarth, Udo Tiffert u.v.m. Der Spaß findet bei gutem Wetter draußen vor der Groove Station, bei Regen in derselben statt. Los gehts um 19:30 Uhr.

Am Sonnabend (26. Juli) lese ich beim Kantinenlesen, dem Gipfeltreffen der Berliner Lesebühnen. Mit dabei sind die Kollegin Sarah Bosetti und die Kollegen Tube, Robert Rescue und Clint Lukas. Los geht es um 20 Uhr in der Alten Kantine in der Kulturbrauerei Berlin.

Zitat des Monats Juli

Aus Sicht der Verwaltung ist es dringend geboten, in der Innenstadt die Nutzung des öffentlichen Straßenraumes auch für Straßenmusik und Straßenkunst zu ordnen, Regeln aufzustellen und deren Einhaltung zu kontrollieren. […] Die Beantragung erfolgt durch persönliche Vorsprache unter Vorlage eines gültigen Personaldokumentes im Straßen- und Tiefbauamt, Sachgebiet Straßenverwaltung, St. Petersburger Straße 9, Zimmer K 226. Erlaubnisse werden für den laufenden Kalendertag innerhalb der Sprechzeiten erteilt. […] Die Verwaltungsgebühr für die Erteilung einer Sondernutzungserlaubnis für Straßenmusik/Straßenkunst beträgt fünf Euro je Antrag.

aus der Neuregelung zur Ausübung von Straßenmusik/Straßenkunst für die Landeshauptstadt Dresden

Friede dem Nischel

In Chemnitz tobt ein erbitterter Streit um den Nischel von Karl Marx, der anlässlich der Fußballweltmeisterschaft schwarz-rot-golden uniformiert wurde. Doch ein noch weit größerer Konflikt zeichnet sich bereits ab, vor dem ich in einem Beitrag in der taz eindringlich warne.

WEITERLESEN BEI TAZ.DE

Termine der Woche

Am Sonnabend (28. Juni) lese ich gemeinsam mit Max Rademann und dem wunderbaren Ahne aus Berlin beim Elbhangfest in Dresden. Zu hören gibt es neben neuen und alten Geschichten auch Lieder. Los geht der Spaß um 17:30 Uhr auf der Bühne am Wasser (August-Böckstiegel-Straße 2) im Schlosspark Pillnitz. Das wird Bombe!

Am Sonntag (29. Juni) lese ich dann gleich noch einmal beim Dresdner Elbhangfest, dann mit Kollegen von der Sächsischen Zeitung, nämlich den Kolumnisten Thomas Bärsch, Jens-Uwe Sommerschuh und Peter Ufer. Den Titel „Read & Roll“ trägt die Veranstaltung, weil auch die Surfrockband The Deadlines aufspielen wird. Los geht es um 14:30 Uhr auf der Bühne im Weindorf Loschwitz.

Buchtipp: Erich-Mühsam-Lesebuch

Vor einer Weile besuchte ich die Linken Buchtage im Berliner Mehringhof. Gelockt hatte mich die Ankündigung einer Buchpremiere. Das eben im Verbrecher Verlag erschienene Lesebuch Erich Mühsam: Das seid ihr Hunde wert! sollte vorgestellt werden. Ein Teil des Publikums erwies dem Anarchisten, Dichter und exzessiven Lebenskünstler Erich Mühsam schon dadurch die Ehre, dass munter jede Ordnung ignoriert und weiter fleißig gequascht und gesoffen wurde. Die Protagonisten auf der Bühne ließen sich aber keineswegs beirren. Markus Liske, einer der Herausgeber, las einige Texte und erläuterte das Konzept des Lesebuches: Es enthält nicht nur ausgewählte Gedichte, Glossen und Essays Mühsams, sondern auch Auszüge aus seinen Memoiren Unpolitische Erinnerungen und aus Tagebüchern und Briefen. Alles zusammen ergibt, chronologisch geordnet, nicht nur eine Blütenlese, sondern auch eine kleine Biografie des Dichters. Die zweite Herausgeberin des Bandes ist Manja Präkels, die zugleich als Sängerin mit ihrer Band Der singende Tresen wunderbare Vertonungen von Mühsams Gedichten vortrug.

Markus Liske schreibt in seinem Nachwort, Mühsam gehöre gewiss weder zu den größten deutschen Dichtern noch zu den besten Theoretikern des Anarchismus. Seinen Wert mache vor allem die unvergleichliche Einheit von Persönlichkeit, Leben und Werk aus. In der Tat: In dieser Hinsicht lässt sich Mühsam in der deutschen Literaturgeschichte kaum jemand an die Seite stellen. Sein unbeirrbares Verlagen, die literarische Utopie unmittelbar im Leben zu verwirklichen, war romantisch und politisch zugleich. Als sein Hauptwerk werden deshalb vielleicht auch in nicht ferner Zukunft die sensationellen Tagebücher gelten, die von Chris Hirte und Conrad Piens ebenfalls im Verbrecher Verlag herausgegeben werden, aber auch online schon zugänglich sind. Aber fünfzehn Bände liest man nicht mal nebenbei, weswegen sich das neue Lesebuch als Einstieg für Neugierige sehr empfiehlt.

Aus jeder Zeile Mühsams spricht seine Integrität, Toleranz und beinahe naive Menschenfreundlichkeit. „Er war einer der besten und gutmütigsten Menschen, denen ich begegnet bin“, notierte selbst Ernst Jünger. Alle Lebensabschnitte Mühsams sind im Buch gleichgewichtig vertreten: Kabarettistische Glossen und Trinklieder aus der Vorkriegszeit in der Berliner und Münchner Bohème; Berichte über seine Mitwirkung beim scheiternden Versuch, in Bayern eine Räterepublik zu errichten; Tagebuchblätter aus der darauf folgenden Zeit in Festungshaft; Pamphlete aus der anarchistischen Zeitschrift Fanal, in der er in der späten Weimarer Republik die Fassadendemokratie und die sowjet-marxistische Parodie des Kommunismus gleichermaßen attackierte. Nur mit Mühe liest man schließlich die Berichte seiner Frau Zenzl, die erzählt, wie Mühsam in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten buchstäblich zu Tode gefoltert wurde.

Die Lektüre dieser Texte ist keineswegs nur etwas für sentimentale Freunde linker Historie. Mühsam schreibt – in Lyrik wie in Prosa – einen klaren und witzigen, an Heinrich Heine geschulten Stil. Sein alkoholfreies Trinklied namens Der Gesang der Vegetarier kann man noch immer gut an Freunde der Gesinnungsethik schicken, um sie zu ärgern. Seine Betrachtungen zur Stimmzettelbeerdigung in Urnen unter dem Titel Zur Naturgeschichte des Wählers sind gerade heute wieder äußerst lesenswert. Gleiches gilt für sein unsterbliches Porträt des ewigen Sozialdemokraten: Der Revoluzzer. Nichts ist leichter als der Einwurf, wie diese utopische Anarchie denn bitte funktionieren solle. Unsere Gesellschaft funktioniert allerdings reibungslos. Erich Mühsam repräsentiert eine Radikalität im Denken und im Leben, die befreiend schon wirkt, wenn man nur von ihr liest.

Erich Mühsam: Das seid ihr Hunde wert! Ein Lesebuch. Hg. von Markus Liske und Manja Präkels. Berlin: Verbrecher Verlag, 2014, 352 Seiten, 16 EuroLayout 1

 

Dank

Ich erlaube mir, meiner Freude darüber Ausdruck zu verleihen, dass mein Buch Wir trainieren für den Kapitalismus (edition AZUR) soeben seine zweite Auflage erlebt hat. Mich selbst hat es am meisten überrascht, dass die erste Auflage nach einem Dreivierteljahr nun schon vergriffen ist. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, allen Käufern und Lesern recht herzlich zu danken. Ebenso danke ich den Journalisten Jens Kassner und Tomas Gärtner, die Lust hatten, das Buch zu lesen und zu rezensieren. Und nicht minder bedanke ich mich bei den vielen Kollegen und Veranstaltern, die durch ihre Einladungen meine zurückliegende Welttournee ermöglicht haben. Die zweite Auflage ist bis auf vier kleine Korrekturen unverändert. So Gott will, wird’s auch irgendwann ein zweites Buch geben.